Orlando lebt fast vier Jahrhunderte lang, ist jung, intelligent und gutaussehend. Als aufstrebender Adeliger am Elisabethanischen Hof verliebt er sich in die Tochter eines russischen Gesandten und lässt sich nach Konstantinopel versetzen, wo er eine unerwartete Transformation erlebt.
Dort erlebt Orlando einen politischen Aufstand und gerät in eine Trance. Als er aus dieser aufwacht, ist Orlando eine Frau. Diese Überraschung inspiriert dazu, mit Witz und Ironie den wandelnden Zeitgeist, die weiblichen Rollenbilder und die wachsende Zahl möglicher und widersprüchlicher „Ichs“ zu befragen.
Virginia Woolf schrieb Orlando als Liebeserklärung an die glamouröse Autorin Vita Sackville-West. Die schwedische Regisseurin Therese Willstedt inszeniert Woolfs niemals alternde fantastische Pseudo-Biografie als Monolog für ein Ensemble, als Spiel der Imagination, als Plädoyer für Grenzenlosigkeit, freie Selbstentfaltung und fluide Identitäten.