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Uraufführung/Premiere am 15. September 2018
In der Düsseldorfer Inszenierung von Kafkas 'Das Schloss' verläuft sich K. in einem Labyrinth aus bürokratischen Hürden. Sein Ziel, ins Schloss zu gelangen, bleibt unerreichbar und spiegelt seine innere und äußere Verzweiflung wider.
Titel
© Thomas Rabsch

Es gibt verschiedene Deutungsmöglichkeiten des Romanfragments, etwa dass es die ausufernde Bürokratie kritisiere, die den Bürger auflaufen lasse. Ebenso ließe sich das Fremdsein thematisieren: der Fremde, der in seiner neuen Umgebung die Codes nicht versteht und deshalb alles missdeutet und daher Außenseiter bleibt. Es geht aber auch um die Hilflosigkeit angesichts des Nichtverstehenkönnens, denn selbst die Dorfbewohner kennen die Regeln nicht und reimen sich diese zusammen aus tatsächlichen oder erfundenen Reaktionen der Beamten. In jedem Moment scheint sich eine Regel zu ändern, das führt zu einem Verhalten voller Täuschungen, Betrug und Lügen. Es herrscht große Unsicherheit und K. wird immer verzweifelter.

Es versteht sich von selbst, dass man einen so dicht komponierten Text wie Kafkas fragmentarisch überliefertes 'Das Schloss' nicht eins zu eins auf die Bühne bringen kann. Es heißt also, die Personenanzahl zu reduzieren und eine Textauswahl vorzunehmen. Das Resultat ist dann zwangsläufig schon eine Art Interpretation. Für das Düsseldorfer Schauspielhaus hat das Jan Philipp Gloger unternommen und er hat sich entschieden, eine Facette des Romans weiter zu verdichten, so schildert er den sozialen Abstieg K.s bis zum psychischen Zusammenbruch. Denn K. war als Landvermesser ins Dorf gekommen, wo er allerdings feststellen muss, dass er weder erwartet noch benötigt wird. Er wird dann als Schuldiener beschäftigt, auch da nicht benötigt, bis er als illegal Beschäftigter im Wirtshaus landet.

Moritz Führmann spielt diesen K. sehr eindrucksvoll. Herrlich schnippisch Claudia Hübbecker als Wirtin. Als quecksilbrige Gehilfen liefern Nils Kretschmer und David Vormweg komische Elemente. Eine mehr als überzeugende Ensembleleistung, die beim Publikum viel Anklang fand.

Mitwirkende

Moritz Führmann(Schauspieler/in)
Tabea Bettin(Schauspieler/in)
Claudia Hübbecker(Schauspieler/in)
Thomas Wittmann(Schauspieler/in)
Florian Lange(Schauspieler/in)
Cennet Rüya Voß(Schauspieler/in)
Jonas Friedrich Leonhardi(Schauspieler/in)
Nils Kretschmer(Schauspieler/in)
David Vormweg(Schauspieler/in)
Christof Hetzer(Bühnenbild)
Anne Buffetrille(Kostümbild)
Kostia Rapoport(Komponist/in)
Bernd Purkrabek(Lichtdesign)
Felicitas Zürcher(Dramaturgie)
Moritz Führmann(Schauspieler/in)
Claudia Hübbecker(Schauspieler/in)
Nils Kretschmer(Schauspieler/in)
David Vormweg(Schauspieler/in)
Christof Hetzer(Bühnenbild)
Anne Buffetrille(Kostümbild)
Kostia Rapoport(Komponist/in)
Bernd Purkrabek(Lichtdesign)
Tabea Bettin(Schauspieler/in)
Thomas Wittmann(Schauspieler/in)
Florian Lange(Schauspieler/in)
Cennet Rüya Voß(Schauspieler/in)
Jonas Friedrich Leonhardi(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Samstag, 15. September 2018 (Premiere / Uraufführung)

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