Einer, der immer nur gewonnen hat, findet in der Mitte seines Lebens mit aller Härte heraus, wie brutal sich das Dasein darstellen kann. Schließlich kann er nicht mehr zwischen Eigenverantwortung und ihm widerfahrendem Unrecht unterscheiden, und das Chaos um ihn und in ihm wird zum Pulverfass.
Es geht ums Fressen und Gefressenwerden. Denn er, der sich alle Nettigkeiten seiner Mitmenschen gefräßig einverleibt, wird gleichzeitig selbst aufgefressen – von einem Aussaugsystem, das größer ist als er. Stockmanns Protagonist ist kein Weltverweigerer. Eher ein Gescheiterter, ein Überforderter, der als Elternteil, Partner und Freund versagt, der sich nur noch wünscht, "auf diese Scheiß-Verlässlichkeit scheißen zu können". Vieles in Stockmanns Stück, eigentlich alles, ist ebenso tragisch wie komisch. Der Autor streift zeitlos relevante Themen wie Arbeitslosigkeit, Trennung, Verantwortungsflucht, Alterskrankheit, Pflegedesaster und mehr. Aber eher leise. Und dennoch trifft der Text immer wieder mitten ins Schmerzzentrum.


