Denn die Familien des jungen Paars, die Capulets und die Montagues, sind seit jeher aufs Bitterste verfeindet und liefern sich in den Straßen Veronas blutige Kämpfe. Ein Hass, über dessen Hintergründe man nichts erfährt, der aber tief in die Stadt und die Gesellschaft hineinwirkt. Romeos und Julias unbedingte Liebe wird zum Licht in dieser Dunkelheit, mit dem sich die Hoffnung auf Frieden verbindet. Doch keine gemeinsame Anstrengung, keine heimliche Trauung, kein Bitten und Flehen vermag den über Jahre entstandenen Graben und Starrsinn zu überwinden.
Und so verbrennt die unversöhnliche Fehde zwischen den Bürgerhäusern deren einzige Kinder. Binnen kürzester Zeit verliert Verona durch die Verkettung unglücklicher Umstände eine ganze Generation: Mercutio, Tybalt, Paris, Romeo und Julia. Zurück bleiben die Väter und ein aus den schmerzlichen Ereignissen geborenes, hilfloses Versprechen, den langgehegten Konflikt endlich zu beenden.
Romeo und Julia waren keine Erfindung Shakespeares, sondern ihre tragische Geschichte tauchte seit der Renaissance in verschiedenen literarischen Bearbeitungen auf. Doch erst die Dramatisierung des englischen Barden hat sie zu dem unsterblichen Liebespaar gemacht, das bis heute als Sinnbild für die romantische, scheinbar alles überwindende Liebe steht. In der Weimarer Neuinszenierung sind Nahuel Häfliger und Rosa Falkenhagen in den Titelrollen zu erleben.
Gemeinsam mit Anna Windmüller, Tahera Hashemi, Bastian Heidenreich, Krunoslav Sebrek, Janus Torp, Lutz Salzmann, Bernd Lange, Christoph Heckel, Gulab Jan Bamik und Abdul Mahfoz Nejrabi werfen sie sich in ein schicksalhaftes Spiel voller Sinnlichkeit, Übermut und überhitzter Natur, voller großer und kleiner Kämpfe, voller Vorurteile und Hass, das mit jeder Aktion nur umso schneller auf die Katastrophe zuläuft.


