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Die collagierte Zeit

Uraufführung/Premiere am 17. März 2019
„Man kann Wahrheit nicht zeigen, nur erfinden.“ Die collagierte Zeit ist inspiriert von der besonderen Lage des Vorarlberger Landestheaters im Schnittpunkt von vier deutschsprachigen Ländern. In den Begegnungen von Ingeborg Bachmann mit Paul Celan und Max Frisch prallen unterschiedliche biografische Hintergründe aufeinander, die auch ihr Werk prägen.

Der Mann ist alt geworden. Die Lieben und Schmerzen von gestern drängen in sein Bewusstsein. Er erinnert sich und fantasiert, fragt sich, welche Möglichkeiten es gegeben hätte. In der Auseinandersetzung mit und in den Worten von Ingeborg Bachmann, Paul Celan und Max Frisch beginnt er ein Spiel mit Zeiten und Lebensentwürfen. Der Alte sucht nach der Wahrheit zwischen den Versen, dem Dunklen hinter den Bildern und dem Schönen jenseits der Fakten. Dabei stößt er auf immer noch schwärende Wunden.

Ingeborg Bachmann, Paul Celan und Max Frisch sind drei Gigant*innen der deutschsprachigen Literatur. Nach Weltkrieg und Shoa erforschten sie ihre Möglichkeiten einer Poesie in den Worten der Mutter- und Mördersprache. Ihre radikal unterschiedlichen Herkünfte – als „neutraler“ Eidgenosse, Überlebender eines Arbeitslagers und Nachfahrin eines NSDAP-Mitgliedes – sind eingeschrieben in ihre Werke und überschatten ihre realen (Liebes-)Beziehungen zueinander. Ihre Briefe sind Dokumente des wirklichkeitswunden Ringens um Ausdruck und Verständigung. Vier Schauspieler*innen tauchen ein in die unterschiedlichen faszinierenden Welten aus Utopien, Leidenschaften und Identitäten. In Bregenz, am geografischen Schnittpunkt der vier deutschsprachigen Länder, feiern sie ein Bühnenfest für die Literatur. In einer Zeit, in der die letzten Augenzeugen der Katastrophe verstummen und Krakeeler erinnerungspolitische Wenden einfordern, befragen sie sich und uns nach den Möglichkeitsräumen unserer Sprache und den Perspektiven einer dem Menschen zugewandten Welt.

Simon Meienreis ist Regisseur, Dramaturg und Autor. Er wurde 1986 in Bochum geboren und studierte Volkswirtschaftslehre, Philosophie und Soziologie in Essen, Hamburg und Jena. Feste Stationen als Dramaturg waren das Theaterhaus Jena, das Hessische Landestheater Marburg und das Schauspielhaus Bochum. Außerdem gastierte er an unterschiedlichen Häusern, u.a. mehrfach am Staatstheater Darmstadt. Als Regisseur zeichnete er u.a. für die Uraufführung des Romans „Schluckspecht“ des Ingeborg-Bachmann-Preisträgers Peter Wawerzinek verantwortlich.

Für die collagierte Zeit studierte Simon Meienreis nicht nur eingehend die Werke von Bachmann, Celan und Frisch, sondern begab sich zu Recherchearbeiten u. a. nach Klagenfurt und Zürich, in das dortige Max Frisch-Archiv.

Das Bild zeigt Ingeborg Bachmann.

Mitwirkende

Ralph Blase(Dramaturgie)
Mirella Oestreicher(Kostümbild)
Arndt Rössler(Lichtdesign)
Constanze Wagner(Bühnentechnik)
Leslie Bourgeois(Bühnentechnik)
Eva Lorünser(Bühnentechnik)
Manfred Böll(Schauspieler/in)
Johanna Köster(Schauspieler/in)
Tobias Krüger(Schauspieler/in)
Nico Raschner(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Sonntag, 17. März 2019 (Matinee)
Freitag, 22. März 2019 (Premiere / Uraufführung)
Dienstag, 26. März 2019
Samstag, 06. April 2019
Freitag, 12. April 2019
Mittwoch, 24. April 2019
Donnerstag, 09. Mai 2019
Sonntag, 12. Mai 2019

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