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Welt am Draht

Uraufführung/Premiere am 04. Oktober 2018
In Welt am Draht hat Rainer Werner Fassbinder viel von dem vorweggenommen, was heute technisch möglich ist. Die Inszenierung thematisiert, was passiert, während wir online sind und wie unser digitales Verhalten unser Leben beeinflusst.

Doch was bedeutet das eigentlich? Was passiert, während wir unbekümmert shoppen, stöbern, recherchieren und in sozialen Medien Kontakte knüpfen? Niklas Ritter inszeniert den dystopischen Stoff von Fassbinder und versucht darauf Antworten zu finden.

Niklas Ritter siedelt seine Fassung von Welt am Draht in der Gegenwart an. Mittels Kostümen aus verschiedenen Epochen werden verschiedene Zeiten und Ebenen dargestellt. Das Lichtkonzept von Norman Plathe und die Musik von Jan Kersjes rahmen die Figuren ein, die im Zentrum stehen. Felix Defèr spielt die Rolle des Fred Stiller, der nach dem Tod seines Vorgängers die Direktion des Instituts für Kybernetik übernimmt. Das Projekt, das er leitet, heißt Simulacron: eine simulierte Welt, in der sich künstliche Wesen bewegen, die Prognosen über politische und ökonomische Entwicklungen ermöglichen sollen. Stiller beginnt Nachforschungen anzustellen und ahnt bald, dass auch er bloß eine Figur in einem Spiel sein könnte. Mehr und mehr gerät die Handlung zum Krimi. Die Schauspieler spielen in einer Welt, in der nicht klar ist, was real ist und was Fiktion. Stetig wächst der Eindruck, dass womöglich eine höhere Instanz die Geschicke lenkt.

Big Brother is watching us: Und was passiert mit dem digitalen Fußabdruck, den jeder Mensch täglich online hinterlässt? Daten sind das neue Öl. Wer sie sammelt, sitzt auf einem Schatz und kann diesen teuer verkaufen. Nicht nur die Werbung lechzt nach Daten, um Botschaften zielgruppengenau zu platzieren. Eine ganze Industrie hat es sich zum Ziel gemacht, möglichst viel von uns und über uns zu erfahren – je gläserner wir sind, desto besser. Zeit zu fragen: Wer sind die, die uns in der digitalen Welt folgen und Profile unserer Gewohnheiten erstellen, um uns personifizierte Informationen zur Verfügung zu stellen? Welche Ziele können damit wirtschaftlich und politisch verfolgt werden? Wo beginnt Manipulation? Das Praktische und das Beunruhigende liegen nah beieinander.

Mitwirkende

Felix Defèr(Schauspieler/in)
Johannes Frick(Schauspieler/in)
Nicolas Garin(Schauspieler/in)
Stefan Hartmann(Schauspieler/in)
Luzian Hirzel(Schauspieler/in)
Jan Kersjes(Komponist/in)
Katharina Uhland(Schauspieler/in)
Norman Plathe(Lichtdesign)
Ines Burisch(Kostümbild)
Ralph Blase(Dramaturgie)
Constanze Wagner(Bühnentechnik)
Lilli Löbl(Bühnentechnik)
Eva Lorünser(Bühnentechnik)

Spielzeiten

Donnerstag, 04. Oktober 2018 (Premiere / Uraufführung)
Dienstag, 09. Oktober 2018
Freitag, 19. Oktober 2018
Donnerstag, 25. Oktober 2018
Samstag, 10. November 2018
Mittwoch, 14. November 2018
Sonntag, 18. November 2018

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