In einer Verschmelzung von Schauspiel und Oper werden Prosatexte vertont und auf die Bühne gebracht. Mit dem abiturrelevanten Stoff richtet sich die Produktion ›Die Marquise von O / Über das Marionettentheater‹ neben erwachsenen Opernfreunden auch an Schüler_innen der Oberstufe, ist aber dennoch nicht als reines Education-Projekt zu verstehen.
Die beiden vertonten Kleist-Texte werden nicht getrennt, sondern ineinander verwoben auf der Bühne präsentiert, da sie eine Parallelität in der Auseinandersetzung mit dem Thema Körper aufweisen, so Andreas Durban, Initiator der Literaturoper und Regisseur der Produktion. Der Körper wird in beiden Texten ohne Bewusstsein dargestellt, einmal positiv in der Ästhetik (Marionettentheater) und einmal negativ im Missbrauch (Marquise). Für die Vertonung stellt Kleist aufgrund der komplizierten Syntax eine besondere Herausforderung dar. Die beiden Komponisten Henrik Albrecht und Michael Gerihsen haben dennoch erfolgreich eine kammermusikalische Umsetzung erreicht, in der die sieben Sänger sowohl solistisch als auch im Chor auftreten.
In Ergänzung zu den Vormittagsaufführungen wird es für Schulklassen die Möglichkeit geben, die jungen Darsteller_innen und das Regieteam bei einem Schulbesuch kennenzulernen!


