Orientierungslos, sich selbst überlassen, unfähig ihr Schicksal zu begreifen, versuchen die Blinden ihr Leben in dieser neuen Umgebung zu organisieren. Doch je mehr Menschen eintreffen, desto unerträglicher, chaotischer, gewalttätiger wird die Situation. In seinem Roman „Die Stadt der Blinden“ zeichnet der große portugiesische Erzähler José Saramago – 1998 mit dem Literatur-Nobelpreis geehrt – nicht nur das realistische Bild einer plötzlichen Katastrophe, er enthüllt gleichzeitig das philosophische Universum einer allgemeinen Blindheit, in dem menschliches Handeln als gewalttätige und lächerliche Groteske erscheint.
Kay Voges, der mit seiner spektakulären Inszenierung „Die Borderline Prozession“ zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde und kürzlich mit seiner Simultanaufführung „Die Parallelwelt“ für Furore sorgte, inszeniert zum ersten Mal am Deutschen SchauSpielHaus.
Hinweis: Wir weisen darauf hin, dass im letzten Teil der Inszenierung für ca. 25 Minuten massiv Blitzeffekte eingesetzt werden und es zu Blendungsreaktionen kommen kann. Außerdem werden Stroboskopeffekte verwendet. Dies kann zu Beeinträchtigung des Wohlbefindens führen.
Fassung von Kay Voges, Matthias Seier und Bastian Lomsché nach dem Roman von José Saramago, Deutsch von Ray-Güde Mertin.


