Während Thiers und Bismarck über den Niederschlag des Aufstandes beratschlagen, spannt sich zwischen den Kommunarden Jean und Babette eine neue Liebe. Madame Cabet kümmert sich derweil darum, die Familie zusammenzuhalten und zu ernähren. Zwischen den Straßenschlachten und den politischen Debatten im Rathaus sind es die alltäglichen Kämpfe, Freuden und Sorgen des kleinen Mannes, die im Mittelpunkt stehen.
Das Stück, das Brecht aus historischen Zitaten zusammensetzte, zeigt, wie Einzelschicksale von den großen politischen Ereignissen durchdrungen werden. Der Aufstand, der insgesamt dreiundsiebzig Tage dauerte, scheiterte letztendlich nicht an seiner Kraft, sondern an einem Mangel von Organisation und Zusammenhalt. So beginnt das Stück als Räuberpistole und endet als Trauerlied über eine gescheiterte Utopie. Am Ende ist es nur der Apfelbaum, der blüht.
Johanna Schall begann ihre Schauspielausbildung 1980 in Berlin. Nach Festengagements am Kleist-Theater Frankfurt/Oder und dem Deutschen Theater Berlin arbeitet sie seit 1993 als Regisseurin. Nachdem sie 2016 im großen Haus »Der Diener zweier Herren« inszenierte, setzte sie im Februar 2017 Fassbinders Melodram »Angst essen Seele auf« in der Spiegelhalle in Szene.

