Tanz ist eine Kunstform, die erst in der Darbietung und Ausbreitung in allen uns wahrnehmbaren Dimensionen ihre Wirkungen entfaltet. Dabei spielt die Musik sowohl als zeitliche Strukturierung als auch als emotionale Basis eine wesentliche Rolle. So eint die drei Werke dieses Abends die starke inspirierende Wirkung der Musik. Young Soon Hue, Ricardo Fernando und Mauro Bigonzetti nähern sich in dynamischen, kraftvollen sowie melancholischen Bildern der Suche und Sehnsucht nach einem Sinn und öffnen mit ihren Arbeiten Einblicke in verschiedene Dimensionen des Lebens sowie des Tanzes.
Young Soon Hue, eine international gefeierte Choreografin, lässt sich von der Musik des preisgekrönten isländischen Pop-Musikers Ólafur Arnalds zu einer Uraufführung inspirieren. Er gestaltete in seinem Album »The Chopin Project« gemeinsam mit der Pianistin Alice Sara Ott eine faszinierende, intime und fragile Interpretation Chopinscher Werke. Für Hue spiegelt diese Einspielung ihre eigene große Liebe zu dem Komponisten in einzigartiger Weise wider, die sie in ihre Bilder über Rückbesinnungen in »Reminiscence« einfließen lässt. Sie erzählt in ihrer eigens für Augsburg kreierten Choreografie von Chopins Schaffensprozessen sowie von seinen Beziehungen zu Franz Liszt, George Sand und Fiance Maria Wodzinska.
Zur Musik des italienischen Pianisten und Komponisten Ezio Bosso choreografiert Ricardo Fernando »Six Breaths«. Die Komposition für Celli und Piano setzt Schluchzen, Flüstern und Atemlosigkeit in Töne, die Ricardo Fernando expressive, teils introvertierte Bilder verwandelt, die vom ersten und letzten Atemzug sowie vom Seufzen und Ringen nach Atem erzählen.
Mauro Bigonzetti lässt mit »Cantata« den Flair des Südens auf der Bühne entstehen. Das süditalienische »Trio Assurd« regte ihn zu einer Choreografie über Verführung, Eifersucht und Leidenschaft voller mediterranem Esprit an. »Cantata« kam 2001 in Lissabon zu Uraufführung und wurde seitdem erfolgreich unter anderem am Theaterhaus Stuttgart, Theater Dortmund sowie dem Festival für Tanz in Neapel gezeigt.


