Über zwanzig Jahre liegen zwischen dem Kompositionsbeginn 1865 und der Aufführung der fünfaktigen Fassung (1886), die heute wieder häufiger gespielt wird als die bis in die achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts gebräuchliche vieraktige Fassung von 1884. Verdi plagte sich dabei nicht nur mit den beiden Sprachen und ihrem jeweils so verschiedenen Ausdrucksgestus, sondern versuchte auch immer wieder durch Kürzungen und Umstellungen zum optimalen Ergebnis zu gelangen.
So bringt es Schillers Drama in weiten Teilen getreue Oper auf nicht weniger als sieben Versionen. Das Licht der Vernunft freilich sieht man in keiner aufscheinen. Gefangene ihrer Zwänge, Gefangene in selbstangelegten Zügeln, Gefangene aber vor allen Dingen einer stets tödlich drohenden geistlichen Macht, der selbst die weltliche Herrschaft nicht gewachsen ist – die Ausweglosigkeit menschlicher Verstrickungen in diesem Netzwerk des Terrors bringt Verdi elementar auf den Punkt: Freiheit verspricht allenfalls der Tod.


