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Düstere Intrige

in Staatstheater Mainz (Gebäude Gutenbergplatz)
Uraufführung/Premiere am 23. März 2024
In Michael Thalheimers Inszenierung von Verdis Oper "Otello" wird der innere Zustand der beiden Gegenspieler Otello und Jago auf eindringliche Weise dargestellt. Die Geschichte thematisiert den Machtkampf zwischen Zukurzgekommenem und Aufsteiger und zeigt, dass Eifersucht nicht das zentrale Thema ist.
© Hans Jörg Michel

Ein schwerer Sturm tobt vor der Küste, Zypern ist keine sonnige Mittelmeerinsel. In Michael Thalheimers Inszenierung von Verdis Oper "Otello" ist es eine dunkle leere Guckkastenbühne, die den inneren Zustand der beiden Gegenspieler Otello und Jago nach außen kehrt. Beide sind vom Ehrgeiz Getriebene und daher Verblendete.

Neid, Missgunst, Rachsucht: Jago lebt seine düsteren Begierden aus. Und in seinem Credo, das man als Antithese zum christlichen Glaubensbekenntnis verstehen kann, verdeutlicht er seine nihilistische Lebenseinstellung. Die Intrige ist sein Mittel, um diese Haltung erfolgreich umzusetzen. Aber auch Otello, eigentlich der Gegenpart zu Jago, ist keine Lichtgestalt, lässt er sich doch nur allzu leicht in die Eifersucht treiben und lebt seine Wut bis zum bitteren Ende aus. Otello ist ein Aufsteiger, der sich seinen Platz in der Gesellschaft erkämpfen muss. Aufgrund seiner Herkunft und seiner Hautfarbe ist er ausgegrenzt. Er hat mit Selbstzweifeln zu kämpfen und ist daher leicht verwundbar.

Thalheimers Inszenierung zeigt, dass nicht eigentlich die Eifersucht Otellos das Thema der Oper ist, sondern der Machtkampf zwischen Zukurzgekommenem und Aufsteiger. Indem er darauf den Fokus legt statt auf die Zweierkonstellation Otello-Desdemona, erzählt er die Geschichte noch einmal neu. Nur Desdemona bleibt das unschuldige Opfer, und so sind hier die zwei ihr zugewiesenen Attribute, das Taschentuch und ihr Brautkleid, das einzige Helle.

Von dem Tempo der Musik vorangetrieben, bleibt den Figuren keine Zeit für Reflexion. Otellos Handlungen sind reflexhaft, gleichzeitig bestätigen sie die Vorurteile gegen ihn, Jagos Intrige hat gegriffen!

Begeisterter Applaus für eine überaus spannende und in sich stimmige Inszenierung.

Otello von Giuseppe Verdi

Dramma lirico in vier Akten

Libretto von Arrigo Boito nach Shakespeares „The Tragedy of Othello, the Moor of Venice“

Eine Koproduktion mit der Opera Vlaanderen

Mitwirkende

Ian Storey(Schauspieler/in)
Boris Statsenko(Schauspieler/in)
Jacquelyn Wagner(Schauspieler/in)
Sarah Ferede(Schauspieler/in)
Ovidiu Purcel(Schauspieler/in)
Florian Simson(Schauspieler/in)
Bogdan Talos(Schauspieler/in)
David Jerusalem(Schauspieler/in)
Dong-In Choi(Schauspieler/in)
Axel Kober(Musikalische Leitung)
Henrik Ahr(Bühnenbild)
Michaela Barth(Kostümbild)
Stefan Bolliger(Lichtdesign)
Luc Joosten(Dramaturgie)
Hermann Bäumer(Musikalische Leitung)
Samuel Hogarth(Musikalische Leitung)
Anna-Sofia Kirsch(Bühnenbild)
Lukas Eicher(Videodesign)
Ted Stoffer(Choreografie)
Antonello Palombi(Schauspieler/in)
Ivan Krutikov(Schauspieler/in)
Jaesung Kim(Schauspieler/in)
Mark Watson Williams(Schauspieler/in)
Collin André Schöning(Schauspieler/in)
Derrick Ballard(Schauspieler/in)
Tim-Lukas Reuter(Schauspieler/in)
Seok-Gill Choi(Schauspieler/in)
Selene Zanetti(Schauspieler/in)
Lauren Margison(Schauspieler/in)
Verena Tönjes(Schauspieler/in)
Karina Repova(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Samstag, 23. März 2024 (Premiere / Uraufführung)
Mittwoch, 10. April 2024
Sonntag, 21. April 2024
Samstag, 04. Mai 2024
Sonntag, 12. Mai 2024
Freitag, 17. Mai 2024
Samstag, 15. Juni 2024
Dienstag, 09. Juli 2024

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