Das Festivalprogramm beschäftigt sich mit Fragen nach Teilnahme und Teilhabe, demokratischer Mitgestaltung und Mitwirkung am Stadtleben. Sich als selbstverständlicher Teil der Stadtgesellschaft zu fühlen, ist dieser Tage zunehmend schwierig. Ziel des Festivals ist es, verschiedene Lebensrealitäten und Körper in der Stadt sichtbar werden zu lassen, Räume einzunehmen und zu bespielen und so das gewohnte Stadtbild zeitweise außer Kraft zu setzen, zu hinterfragen und zu verändern.
Folgende Produktionen könnt ihr während des Festivals besuchen:
Drei Schwestern in Bautzen mit anschließender Gespräch. Obwohl Anton Tschechow sein Stück Drei Schwestern 1900 geschrieben hat, sind die darin behandelten Fragen immer noch relevant. Die Gruppe hat das Stück auf das jetzige Bautzen umgeschrieben. Die verschiedenen Persönlichkeiten einer Kleinstadt werden diskutiert und die engsten Beziehungen der zugezogenen Geschwister sind in Frage gestellt.
Gefühlslabor mit anschließender Gespräch. Aus der intensiven Auseinandersetzung der vierzehn Teilnehmer des Samstagsklubs am Staatstheater Nürnberg mit Werken des Künstlers KP Brehmer ist ein direktes, schrilles, politisches und stellenweise leise berührendes Gefühlslabor entstanden, in dem persönliche Geschichten und aktuelle Lebens- und Gefühlswelten auf der Bühne erzählt und in Szene gesetzt werden. In einem freien Spiel der Assoziationen öffnet sich für die Zuschauer ein Raum zum Erleben eigener Gefühle.
Das Land, das ich nicht kenne mit anschließender Gespräch. Theaterregisseur Georg Genoux reist seit Januar 2019 durch die sächsischen Gebiete. Es ist sein erstes Theaterprojekt in Deutschland. Er spricht mit Menschen vor Ort, dreht Kurzfilme und inszeniert mit ihnen Theaterstücke. Jetzt in Bautzen stehen auf der Bühne Seniorinnen und Senioren, die Sachsen schon immer kannten, und junge Menschen, die aus vielen Ländern der Erde zu uns kamen und Deutschland durch Sachsen kennenlernen.
In den Workshops sind Teilnehmer eingeladen, sich auf eine persönliche Auseinandersetzung mit den eigenen Gestaltungsmöglichkeiten in der Stadt zu begeben. Über verschiedene gruppendynamische und experimentelle Methoden sollen so die unterschiedlichen Geschichten der Menschen, die die Region in unterschiedlicher Weise prägen und wahrnehmen, an die Oberfläche dringen. Die Teilnahme ist auch an einzelnen Workshops möglich und kostenlos. Für Erwachsene jeden Alters. Keine Vorerfahrung notwendig. Anmeldung und Fragen: Lara Chahal lara@thespis-zentrum.de.
Seniorinnen und Senioren als Geschichtenerzähler gesucht! Der Theater- und Filmregisseur Georg Genoux reist seit Mai 2017 durch Sachsen und unternimmt mit Menschen, die er auf seiner Reise trifft, Theater- und Filmprojekte über ihre eigenen Geschichten. Dabei inszenierte er mit Bürgern aus dem Görlitzer Ortsteil Hagenwerder am Gerhart-Hauptmann-Theater in Zittau ein Theaterstück über die Geschichte des Ortes Hagenwerder, drehte mehrere Kurzfilme mit sächsischen Jugendlichen und jungen Geflüchteten sowie beschreibt seine Erlebnisse in einem Online-Tagebuch auf der Homepage seines Projektes: www.fremdland.org. Für sein neues Theaterprojekt am Thespis-Zentrum sucht er Senioren aus Bautzen, die Freude haben, jungen Geflüchteten ihre Lebensgeschichten zu erzählen. Unsere jungen Gäste sind Menschen, die aus vielen verschiedenen Ländern dieser Erde zu uns kamen und gerne mehr über die Geschichte und die Menschen hier erfahren möchten.
Georg Genoux (*1976 in Hamburg) ist Mitgründer und bis 2013 Regisseur am "Teatr.doc" in Moskau. Er leitet seit 2006 das internationale Theaterprojekt "Demokratie.doc", das in Osteuropa an interdisziplinären Fragen mit dem Schwerpunkt Demokratie arbeitet. Georg Genoux initiierte in Russland, Ukraine und Bulgarien über 80 Theater- und Filmprojekte, von denen viele zu internationalen Festivals eingeladen wurden. 2017 erhielt Georg Genoux den Grand Prix der internationalen Jury des Wettbewerbs "Generation 14+" der 67. Internationalen Filmfestspiele in Berlin (Berlinale) für seinen Film "School #3".
Berichte über das Projekt: Die “taz - am Wochenende” und die “Sächsische Zeitung” berichteten ausführlich über die ersten Etappen des Projektes von Georg Genoux. Mehr Informationen auch unter: www.fremdland.org und www.thespis-zentrum.de.
Kleines B trifft dickes B an der Spree! Hast du Lust auf ein gemeinsames Performance-Projekt mit jungen Menschen aus Berlin und Bautzen? Du willst Tanzen, Musik, deine Meinung sagen und Teil eines Festivals sein? Hier ist die Möglichkeit, ein Festival in Bautzen und in Berlin mitzugestalten.

