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Francis Poulencs "Dialogues des Carmélites"

in Wiener Staatsoper
Uraufführung/Premiere am 08. Juni 2023
»Blanche, c’est moi«, schrieb Francis Poulenc über die Hauptfigur seiner einzigen abendfüllenden Oper. Der Komponist macht sich die Geschichte von Blanche de La Force zu eigen, die am Beginn der Französischen Revolution 1789 in das Karmelitinnenkloster von Compiègne bei Paris eintritt.
© Wiener Staatsoper / Ashley Taylor

Die Geschichte der 16 Nonnen von Compiègne, die 1794 in Paris hingerichtet wurden, bildet dabei den historisch verbürgten Rahmen für eine fiktive Handlung, in der der Komponist und Librettist Poulenc sich des endgültigen menschlichen Themas annimmt: Der Angst vor dem Tod.

Francis Poulenc spürt seinen Figuren in einer bestechend klaren Partitur nach, die sich wie fast all seine Kompositionen im tonalen Rahmen, genauer in dem eines diatonischen Neoklassizismus bewegt. Poulenc, dessen große Leidenschaft die Liedkomposition war, ist auch hier ein Komponist der Stimmen und der Sprache: Die Musik dient dem Gesang, der Gesang formt die Charaktere, die Poulenc mit je individueller rhythmischer Diktion und Melodik gestaltet und miteinander in die titelgebenden Dialogues treten lässt. Die Lebendigkeit des Werks verdankt sich auch der ausgeprägten Arbeit mit wiederkehrenden Motiven, die die handelnden Personen charakterisieren, vor allem aber atmosphärische Akzente von unheimlichem Facettenreichtum setzen. Diese Vielfalt nimmt die Inszenierung Magdalena Fuchsbergers auf, die die Karmelitinnen in eindringlichen Bildern durch die »Wohnungen der Inneren Burg« bis auf das Schafott führt.

Zur Handlung der Oper

Während im April 1789 in Paris die Reveillon-Unruhen den Beginn der Französischen Revolution ankündigen, verkündet die junge Blanche de la Force ihrem Vater, dem Marquis, einen nachhaltigen Entschluss: Sie möchte in den Orden der Karmelitinnen von Compiègne eintreten. Dort erhofft sich die junge Frau, die seit ihrer Kindheit von unerklärlichen Ängsten geplagt ist, Erleichterung und Klarheit. Im Kloster erlebt Blanche, die den Ordensnamen Sœur Blanche de l’Agonie du Christ (Schwester Blanche von der Todesangst Christi) wählt, den Todeskampf der sterbenden Priorin Madame de Croissy aus nächster Nähe mit und wird von der junge Novizin Sœur Constanze de St.-Denis mit der Vision beunruhigt, dass sie beide jung und am selben Tag sterben würden. Die neue Priorin, die bürgerliche Madame Lidoine, schwört die Karmelitinnen in Zeiten der beginnenden Terreur auf das Gebet ein und warnt vor eitler Sehnsucht nach dem Martyrium. Als Madame Lidoine nach Paris gerufen wird, veranlasst die Novizenmeisterin Mère Marie de l’Incarnation eine Abstimmung, die die Schwestern zum Martyrium verpflichtet.

Blanche ist dem Druck und ihrer Angst nicht mehr gewachsen und flüchtet sich in das Haus ihres inzwischen hingerichteten Vaters, wo sie als Magd der neuen Besitzer lebt. Nach dem Verbot der Orden werden die Karmelitinnen zunächst zu Bürgerinnen erklärt, dann aber wegen konterrevolutionärer Konspiration zum Tod verurteilt. Die Priorin geht als erste auf das Schafott, während Mère Marie, die zum Zeitpunkt der Verhaftung nicht im Kloster war, dem angestrebten Märtyrertod entgeht. Als die Nonnen, das Salve Regina singend, auf das Schafott gehen, erscheint Blanche in der Menge. Sie stimmt in den Gesang ein und betritt als Letzte das Schafott.

Oper in drei Akten und 12 Bildern

  • Text nach dem Drama von Georges Bernanos
  • Bearbeitet mit der Genehmigung von Emmet Lavery
  • Nach einer Erzählung von Gertrud von Le Fort
  • und einem Drehbuch von Pfarrer Bruckberger und Philippe Agostini

Mitwirkende

Francis Poulenc(Komponist/in)
Ralf Lange(Musikalische Leitung)
Johannes Leiacker(Bühnenbild)
Johannes Leiacker(Kostümbild)
Manfred Voss(Lichtdesign)
Christoph Kurig(Musikalische Leitung)
Luc Joosten(Dramaturgie)
Bernhard F. Loges(Dramaturgie)
John Wegner(Schauspieler/in)
Anett Fritsch(Schauspieler/in)
Corby Welch(Schauspieler/in)
Susan Maclean(Schauspieler/in)
Helen Lyons(Schauspieler/in)
Jeanne Piland(Schauspieler/in)
Alma Sadé(Schauspieler/in)
Katarzyna Kuncio(Schauspieler/in)
Maria Kataeva(Schauspieler/in)
Bruce Rankin(Schauspieler/in)
Florian Simson(Schauspieler/in)
Lukasz Konieczny(Schauspieler/in)
Daniel Djambazian(Schauspieler/in)
Dmitry Lavrov(Schauspieler/in)
Manfred Klee(Schauspieler/in)
Jutta Hochörtler(Schauspieler/in)
Annija Adamsone(Schauspieler/in)
Pavlina Chamantne(Schauspieler/in)
Lana Maletic(Schauspieler/in)
Melis Vlahovic(Schauspieler/in)
Julia Hinger(Schauspieler/in)
Thalia Hellfritsch(Schauspieler/in)
Leandra Nitzsche(Schauspieler/in)
Frazan Adil Kotwal(Schauspieler/in)
Piotr Gryniewicki(Schauspieler/in)
Robin Neck(Schauspieler/in)
Hannes Nedele(Schauspieler/in)
Yuli Zhang(Schauspieler/in)
Jonathan Macker(Schauspieler/in)
Maryam Jalalikandy(Schauspieler/in)
Saskia Maas(Schauspieler/in)
Vladyslava Poian(Schauspieler/in)
Lara Rieken(Schauspieler/in)
Ashkhen Varzhapetyan(Schauspieler/in)
Bertrand de Billy(Musikalische Leitung)
Monika Biegler(Bühnenbild)
Valentin Köhler(Kostümbild)
Aron Kitzig(Videodesign)
Rudolf Fischer(Lichtdesign)
Nicole Car(Schauspieler/in)
Bernard Richter(Schauspieler/in)
Michaela Schuster(Schauspieler/in)
Maria Motolygina(Schauspieler/in)
Eve-Maud Hubeaux(Schauspieler/in)
Michael Kraus(Schauspieler/in)
Maria Nazarova(Schauspieler/in)
Monika Bohinec(Schauspieler/in)
Alma Neuhaus(Schauspieler/in)
Thomas Ebenstein(Schauspieler/in)
Andrea Giovannini(Schauspieler/in)
Jusung Gabriel Park(Schauspieler/in)
Jack Lee(Schauspieler/in)
Clemens Unterreiner(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Donnerstag, 08. Juni 2023 (Premiere / Uraufführung)

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