„Madame Bovary“, an dem Flaubert von 1851 bis 1856 unermüdlich arbeitete, geht auf eine wahre Begebenheit zurück: den Selbstmord der Delphine Delamare, die einer Zeitungsnotiz zufolge in dem normannischen Dorf Ry – nicht weit von Rouen – mit einem unbedeutenden Landarzt verheiratet war, die Ehe brach, Schulden machte und sich 1848 vergiftete. Gustave Flauberts Meisterwerk gilt als eines der großen Werke der Weltliteratur und war wegweisend für den modernen Roman. Der 1856 zuerst in Fortsetzungen in der Revue de Paris und ein Jahr später als Buch erschienene Roman löste einen Skandal aus, der dem Schriftsteller eine Anklage wegen "Verstoßes gegen die öffentliche und religiöse Moral sowie gegen die Sittlichkeit" einbrachte sowie den Vorwurf der "Verherrlichung des Ehebruchs."
Regisseurin Anna Bergmann wurde 1978 in Kläden bei Stendal geboren. Sie studierte Theaterwissenschaft, Philosophie und Anglistik an der Freien Universität Berlin, anschließend Regie an der Berliner Hochschule "Ernst Busch". Seit 2003 arbeitet sie an den großen deutschen Schauspielbühnen, u.a. am Burgtheater 2011 die Uraufführung von Oliver Klucks "Die Froschfotzenlederfabrik" sowie im September 2013 Ibsens "Die Frau vom Meer". 2009 führte Anna Bergmann das erste Mal Regie am Musiktheater: "Madama Butterfly" am Oldenburgischen Staatstheater; 2012 Webers "Freischütz" am Stadttheater Klagenfurt und im Januar 2015 "La Bohème" am Staatstheater Karlsruhe. Ihr Regiedebüt am Theater in der Josefstadt hatte Anna Bergmann in der Saison 2015/16 mit "Fräulein Julie" (Nestroypreis-Nominierung für Regie, Nestroy-Preis für Sona MacDonald als Beste Schauspielerin). Ab der Spielzeit 2018/19 übernimmt Anna Bergmann die Schauspieldirektion des Staatstheater Karlsruhe.
Deutsch von Elisabeth Edl. Bühnenfassung von Anna Bergmann und Marcel Luxdinger.


