Alkmene empfängt ihren Mann, den Feldherrn Amphitryon, der als Sieger vom Schlachtfeld zurückkehrt. Doch sie glaubt, ihn bereits in einer leidenschaftlichen Nacht verabschiedet zu haben, was zu einem dramatischen Missverständnis führt.
Weil er bestreitet, die Nacht mit ihr verbracht zu haben, fühlt sie sich wiederum von ihm betrogen. Noch ahnen sie nicht: Jupiter, der Göttervater selbst, hatte in Gestalt des Amphitryon Alkmene beehrt. Die Eitelkeit des Gottes macht den Streit noch komplizierter. Denn jetzt will auch er als er selbst von Alkmene geliebt werden, nicht nur als Amphitryon.
Kleists 1806 entstandener Amphitryon kann als ein Ursprung der klassischen Verwechslungskomödie bezeichnet werden. Komisch und tragisch zugleich wirft er seine Figuren, Menschen wie Götter, in Vertrauens- und Identitätskrisen bei dem Versuch, zwischen Sein und Schein, Realität und Wahn zu unterscheiden.