Im Wettbewerb um den Mülheimer Kinder-Stücke-Preis treten fünf ausgewählte Inszenierungen an. Das Junge Schauspiel präsentiert sich mit der Inklusions-Komödie „Mr. Handicap“ der Jury, die den mit 10.000 Euro dotierten Kinder-Stücke-Preis vergibt. Fünf Produktionen wurden für den Wettbewerb eingeladen. Zur Düsseldorfer Inszenierung erklärte die Jury: »Thilo Refferts Stück behandelt die – auch bildungspolitisch – viel diskutierte Inklusion in Schulen mit einem hintergründigen Humor auf Augenhöhe seiner Helden. Keine Angst vor Verrenkungen – jeglicher Art! Die Inszenierung von Frank Panhans lotet das Stück in seiner Komplexität aus und bringt das Thema wunderbar ins Spiel.«
Im Mittelpunkt der 2017 uraufgeführten Komödie steht Hannes, der zum Paten für Vincent bestimmt wird. Vincent hat mehrere Handicaps, unter anderem steife Ellenbogengelenke. Bisher besuchte er eine Sonderschule, doch jetzt geht er zur Regelschule, wo man extra für ihn eine I-Klasse eingerichtet hat: »I« wie Inklusion. Auf Hannes wirkt es allerdings mehr wie eine U-Klasse – »U« wie ungerecht. Denn immer dreht sich alles nur um Vincent und seine Besonderheiten. Die Patenwoche endet schließlich mit einem Schlag in Vincents Gesicht. Hannes hat zugeschlagen, und nun drohen ihm ernste Konsequenzen. »Mr. Handicap« war als Geschichte über Inklusion geplant. Aber ein Stück, das exklusiv von Inklusion handelt, ist natürlich ein Unding. Und so ist »Mr. Handicap« zu einem Stück geworden, in dem zwar ein Kind mit Handicaps vorkommt, in dem es aber (trotzdem) um weit mehr geht als Behinderung und Teilhabe. Nämlich um Freundschaft (und was sie ausmacht), Zusammenhalt (und was er aushält) und Tapferkeit (und wie man sie beweist).


