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Kampf des Negers und der Hunde

in Akademietheater
Uraufführung/Premiere am 27. September 2018
Eine Leiche soll angemessen beweint und bestattet werden. Der Tote in einer Siedlung in Westafrika ist Albourys Bruder, dessen Tod auf einer Baustelle einer französischen Firma geschah. Der Baustellenleiter versucht, den Unfall zu vertuschen und entblößt damit die kolonialen Machtstrukturen.

War es wirklich ein Unfall? Cal, ein Ingenieur, der schon in zahllosen Entwicklungsländern zu viele sinnlose Projekte betreut hat, will und kann keine Schuld auf sich nehmen. Er flüchtet sich in Zynismen und Alkohol, fürchtet um seinen Hund, den die afrikanischen „Hundefresser“ gefangen und umgebracht haben. Oder hetzte er selbst den Hund auf die Afrikaner?

Europa und Afrika, weiß und schwarz, Mann und Frau, Kolonialist und Kolonialisierte – Koltès’ vierzig Jahre altes Stück zeichnet eine Welt von Gegensätzen, deren Bedeutung bis heute festgeschrieben scheint. Gleichzeitig enthüllt es ihre unausweichliche Konsequenz: Einsamkeit. Was besagen Begriffe wie Fortschritt und Aufklärung? Was Unterdrückung und Bedrohung? Und: Wovor haben wir eigentlich Angst?

In der deutschen Übersetzung des Stücktitels Combat de nègre et de chiens steht das Wort „Neger“, das im heutigen Sprachgebrauch wegen seiner diskriminierenden und beleidigenden Funktion gemieden wird. In diesem Kontext haben wir uns entschlossen, dieses Wort grafisch abzusetzen, um uns davon zu distanzieren, es aber dennoch auszuschreiben. In diesem Wort kommt zum Ausdruck, dass es in Koltès’ Stück weniger um Hautfarben und mehr um Unterdrückung und Ausbeutung geht. Diese Machtstrukturen, die hinter dem Wort stehen und die bis heute fortbestehen, werden im Stück offengelegt und dekonstruiert. Mit dem Gebrauch dieses Wortes im künstlerischen Kontext soll der Schandfleck der europäischen kolonialen Vergangenheit und seiner postkolonialen Gegenwart verhandelt werden, anstatt ihn mit einer Titeländerung zu verdecken.

Mitwirkende

Philipp Hauß(Schauspieler/in)
Ernest Allan Hausmann(Schauspieler/in)
Stefanie Dvorak(Schauspieler/in)
Markus Meyer(Schauspieler/in)
Simon Werle(Autor/in)
Evi Bauer(Bühnenbild)
Jelena Miletić(Kostümbild)

Spielzeiten

Donnerstag, 27. September 2018 (Premiere / Uraufführung)

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