Die Liebesbeteuerungen des jugendlichen Dieners Cherubino gegenüber Gräfin Rosina, der hinterlistige Boykott-Plan Bartolos und der eifersüchtigen Marcellina gegen die Hochzeit von Figaro und Susanna sowie die Auftritte des beschwipsten Gärtners Antonio machen das höfische Gefühlschaos perfekt.
Als selbsterklärtem Menschenvertoner war es Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) sichtlich ein Vergnügen, die Charakterzüge der Figuren mit viel Witz, zahlreichen Verwirrungen, Verwechslungen, Verkleidungen und Versteckspielen in Musik zu setzen und dabei bitterböse Gesellschaftskritik zu üben, ohne die Moralkeule zu schwingen. Ein Aufführungsverbot 1784 hätte haarscharf der Erfolgsgeschichte dieses Opern-Klassikers im Weg gestanden. Es bedurfte Lorenzo da Pontes ganzer Überredungskunst, die Genehmigung für die Vertonung der Satire auf die gesellschaftlichen Ungleichheiten zu bekommen. Die politische Brisanz und Frivolität mussten abgemildert werden, doch der bissig-ernste Unterton der Komödie blieb bestehen.
Diese beliebte Opernkomödie ist in erster Linie ein Stück über zwischenmenschliche Beziehungen, Liebe, Treue, Eifersucht, List, Schuldeingeständnis, Vergebung und Versöhnung.
Jacopo Spirei inszeniert nach „Don Giovanni“ und „Così fan tutte“ nun auch die dritte Oper des Da Ponte-Zyklus. Das Mozarteumorchester musiziert unter der Leitung von Adrian Kelly.
Opera buffa in vier Akten / Libretto von Lorenzo da Ponte nach Pierre Augustin Caron de Beaumarchais' "La folle journée ou le mariage de Figaro" / In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

