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Lenz

in Theater Aachen
Uraufführung/Premiere am 20. September 2018
Georg Büchners Erzählung beginnt mit der Wanderung eines jungen Mannes durchs Gebirge. Die Natur empfindet er als abweisend und unwirklich, während die karge Gebirgslandschaft sein Innenleben widerspiegelt und eine große Angst in ihm auslöst.

Für kurze Zeit kann er Ruhe finden und beginnt von seinem Zuhause zu erzählen. Doch später allein in seinem Zimmer kehren die Angst und auch der Wahn zurück. Immer wieder gelingt es dem Pfarrer, den Aufgewühlten und Getriebenen durch Gespräche zu beruhigen. Aber sobald er mit sich allein ist, verfinstert sich sein Gemüt, Verlorenheit und Leere machen sich breit, eine fremde Macht ergreift ihn. Der Riss durch die Welt lässt sich nicht aufhalten.

Die posthum erschienene und als Fragment erhaltene Erzählung „Lenz“ geht auf einen Bericht des Sozialreformers und Pfarrers Johann Friedrich Oberlin zurück, bei dem der Sturm-und-Drang-Schriftsteller Jakob Michael Reinhold Lenz vom 20. Januar bis 8. Februar 1778 gewohnt hatte, bis der Pfarrer ihn schließlich aufgrund der Verschlechterung seines psychischen Zustands nach Strassburg bringen musste. Büchner selbst hat die moderne Erzählung von einem in sich zerfallenden Menschen auf der Flucht geschrieben. Nachdem die Hoffnung auf eine Revolution in Deutschland zerschlagen war, floh Büchner am 9. März 1835 nach Strassburg, am 13. Juni wurde der Steckbrief gegen ihn herausgegeben: Gesucht wurde wegen seiner „Teilnahme an staatsverräterischen Handlungen“ ein 21-jähriger Student der Medizin, blond und mit „sehr gewölbter Stirn“. Grund war die Abfassung eines Flugblatts, das zum gewaltsamen Aufstand in Hessen aufrief, und Georg Büchners Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung namens „Gesellschaft für Menschenrechte“.

Werner Düggelin, geboren 1929 im schwyzerischen Siebnen, war einer der ersten Theatermacher, der den Stücken von Samuel Beckett, Albert Camus oder Eugène Ionesco im deutschsprachigen Raum zu Bekanntheit verhalf. Von 1968 bis 1975 war er Künstlerischer Direktor des Theater Basel, seitdem arbeitet er als freier Regisseur. Mit dem Schauspielhaus Zürich verbindet ihn eine lange Geschichte, „Lenz“ ist seine mittlerweile 53. Inszenierung am Hause. Zuletzt waren von ihm „Glückliche Tage“ von Samuel Beckett und „Texte von Jacques Brel“ im Schiffbau zu sehen.

Mitwirkende

Raimund Bauer(Bühnenbild)
Sabrina Bosshard(Kostümbild)
Markus Keusch(Lichtdesign)
Karolin Trachte(Dramaturgie)
André Jung(Schauspieler/in)
Jan Bluthardt(Schauspieler/in)
Jirka Zett(Schauspieler/in)
Gesa Lolling(Dramaturgie)
Julian Koechlin(Schauspieler/in)
Simon Rußig(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Donnerstag, 20. September 2018 (Premiere / Uraufführung)
Sonntag, 30. September 2018

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