In «Schuld» folgt das Publikum Raskolnikows Sicht auf die Dinge, der, Selbstjustiz übend, eine Frau ermodet hat und nun an den Tatort, die Wohnung der Getöteten, zurückkehrt. Doch zu seinem Erstaunen wurde hier renoviert und die Blutspuren an den Wänden sind übermalt. Gerade jene Spuren, die seine neue Identität ausmachen.
In «Sühne» hingegen begegnen wir einer Frau, die alles verloren hat, und nun, da sie krank ist, nach dem Tod ihres Mannes, zu reden beginnt. In beiden Inszenierungen stehen Erinnerungen an die eigenen Entscheidungen, die die Identität der Charaktere bestimmen, im Zentrum.
Der Abend beginnt mit «Sühne» und geht mit «Schuld» weiter. Die beiden Produktionen, «Schuld» und «Sühne», können sowohl unabhängig voneinander als auch als Gesamtkunstwerk betrachtet werden.

