Zwei Frauen stehen in Friedrich Schillers Polit-Thriller im Zentrum der Macht, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Elisabeth – kühl, spröde, protestantisch, unverheiratet – und Maria – schön, betörend, katholisch, lebenshungrig. Um sie herum ringen verschiedene politische Lager entweder um die Befreiung oder die baldige Hinrichtung der Gefangenen und damit um Gunst und Einfluss. Elisabeth, von diesen Kräften umgeben, schwankt. Ein Mordkomplott schlägt fehl. Am Ende hat die englische Königin den Kampf gewonnen, aber ihre Glaubwürdigkeit verloren. Nur Maria, die im Angesicht des Todes der Rache abschwört, schafft es, den Teufelskreis des Egoismus zu durchbrechen.
Schiller verdichtet gekonnt die Verstrickungen von Politik, Leidenschaft, Macht und Moral, schafft das Kunststück, Anspruch mit Unterhaltung zu vereinen, und führt uns politische und menschliche Mechanismen vor Augen, die uns heute in neuen Formen gesellschaftlicher Frustration und Demokratiemüdigkeit wieder begegnen.
Inszenierung Jan Steinbach
Bühne Jule Dohrn-van Rossum
Kostüme Jule Dohrn-van Rossum
Dramaturgie Lea Redlich

