„Wenn die Tagesthemen gesungen werden“, lautete ob der Aktualität des Plots folgerichtig die Schlagzeile, mit der Klaus Umbach seine Rezension der Uraufführung von Nixon in China im Magazin Der Spiegel überschrieb. Im Mittelpunkt von John Adams‘ Oper steht ein besonderes Ereignis des Jahres 1972: Als erster US-amerikanischer Präsident überhaupt reist Richard Nixon in die Volksrepublik China, um sich mit Staatsoberhaupt Mao Tse-tung zu treffen. Dieser historische Besuch gilt als eine der wichtigen diplomatischen Errungenschaften der Ära Nixon und könnte in dem womöglich kurz bevorstehenden Gipfeltreffen zwischen dem derzeit amtierenden US-Präsidenten Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un eine Entsprechung von ähnlicher Tragweite finden.
John Adams zählt zu den schillerndsten Komponisten der Moderne. Er untermalt die Geschichte mit einer brillanten Partitur, die sich insbesondere der Stilmittel der sogenannten Minimal Music bedient, die seit den 1960er und 70er Jahren durch Komponisten wie Steve Reich und Philip Glass zunächst in Amerika Popularität erlangte und sich als Gegenentwurf zur europäischen Avantgarde jener Jahre mit ihren seriellen Strukturprinzipien verstand.
In der Neuproduktion des japanischen Regisseurs Tomo Sugao, der dem Mainfranken Theater in der vergangenen Saison mit seiner Inszenierung von Meyerbeers Hugenotten einen Sensationserfolg bescherte, ist Nixon in China auf der Bühne zu erleben. Am Pult steht Würzburgs Generalmusikdirektor Enrico Calesso. Einen exklusiven Einblick bereits vor der Premiere bietet das Format „99 – Die öffentliche Probe“.

