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Die Reise: Ein Trip

in Spielstätte Petersplatz 1
Uraufführung/Premiere am 06. Februar 2020
Bernward Vesper, von Gudrun Ensslin und allen guten Geistern verlassen, verfasst ein Tagebuch, das zu einem der radikalsten Texte des 20. Jahrhunderts wird. 'Die Reise' ist ein Fragment, das das Sein und das Schreiben als ständigen Akt der Selbstvergewisserung thematisiert.
© Mirjam Stängl

Vesper, der lieber einen Frontalunfall baut als stillzustehen, begibt sich im Rausch auf einen Roadtrip durch Europa, eine Reise zu sich selbst. Das Sein und das Schreiben erscheinen als ständiger Akt der Selbstvergewisserung, Literatur-Performance und Performance-Literatur. Sprachgewaltig behauptet er die Revolte gegen den faschistischen Vater, ohne sich je wirklich emanzipieren zu können. Stattdessen verstrickt sich Vesper immer tiefer in die Abhängigkeit von einem bürgerlichen System, das er eigentlich bekämpfen will. Befreiung findet er allein im Tod.

tangent.COLLABORATIONS geht mit Vespers „Romanessay“ auf die Reise und macht dieses Monster von einem Text mit drei Schauspieler*innen in einer multimedialen Bühnenperformance erfahrbar. Verschiedenste Orte, Situationen und Zeitebenen verweben sich zu einem dichten Netz aus Kindheitserinnerungen, luziden wie megalomanen Gesellschaftsanalysen und bewusstseinsveränderndem Horrortrip. Denn: „Those who cannot remember the past are condemned to repeat it.“ (George Santayana)

Regisseurin Kathrin Herm darüber, was sie mit dem Autor verbindet: „Bernward Vesper kämpft mit dem Vater, mit seiner Liebe (zu Gudrun Ensslin), mit dem Hass auf die Zeit, in der er lebt. Und vor allem kämpft er mit sich selbst. Es ist ein Kampf auf Leben und Tod -, …denn wer nicht aufsteht, der bleibt liegen!‘. Vespers REISE geht zum Mittelpunkt der deutschen Nachkriegsgeneration und spiegelt weit mehr als nur die Seelenlandschaft der Achtundsechziger. Das Jahr 1968 hat sich in meine DNA eingebrannt, ohne dass ich mich daran erinnern könnte. Ich wurde 1986 geboren… Und so wird DIE REISE zum time tunnel, der Vespers Gegenwart mit meiner Zukunft verbindet: auch ich kämpfe meine Kämpfe mit der Liebe, mit dem Leben – ja stimmt, es ist eine andere Zeit und der Weg ist ein andrer. Aber auch ich will aufstehen, nicht auf der Strecke bleiben! Taratating, Taratatong und deshalb sing‘ ich meinen Song!“

Mitwirkende

Aleksandra Corovic(Schauspieler/in)
Aaron Friesz(Schauspieler/in)
Robert Huschenbett(Schauspieler/in)
Florian Hirsch(Dramaturgie)
Pola Lia Schulten(Komponist/in)
Mirjam Stängl(Bühnenbild)
Tina Wilke(Videodesign)
Florian Eschelbach(Bühnentechnik)

Spielzeiten

Donnerstag, 06. Februar 2020 (Premiere / Uraufführung)
Samstag, 08. Februar 2020
Mittwoch, 12. Februar 2020
Donnerstag, 13. Februar 2020
Freitag, 14. Februar 2020

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