The Medium von Gian Carlo Menotti konnte nach der Uraufführung am 8. Mai 1946 an der Columbia University in New York nicht zuletzt wegen der Fürsprache Arturo Toscaninis in leicht überarbeiteter Fassung einen wahren Triumph am Broadway feiern. Menotti, dessen Kompositionen oft als oberflächlich und banal gescholten werden, gelang damit der internationale Durchbruch. Musikalische Anleihen bei Mussorgski, Puccini und auch Debussy sind unüberhörbar. Die von Menotti selbst verantwortete Verfilmung der Oper wurde 1952 in Cannes ausgezeichnet.
Dem Einakter Satyricon von Bruno Maderna liegt ein Romanfragment des römischen Senators Petronius aus der Zeit 60 n. Chr. zugrunde. Der italienische Avantgardekomponist verhehlte in seinem vorletzten Werk nicht, dass er sich aus dem großen Fundus der Musikgeschichte bedient hatte und erhob dies geradezu zum Konzept. So erklingt Vertrautes von Gluck über Verdi, Wagner, Bizet und Puccini bis hin zu Richard Strauss und Kurt Weill, um nur die prominentesten Namen zu nennen. Gleichzeitig ist sein musikalisches Verfahren aber auch als Kritik an der stagnierenden Entwicklung Neuer Musik zu verstehen. Das experimentelle Werk besteht aus 16 Nummern und fünf elektronischen Einspielungen, die in der Abfolge variabel miteinander kombiniert werden sollen. Erst die Produktionen, die der Uraufführung am 16. März 1973 im Circustheater in Scheveningen folgten, wurden dem gesellschaftskritischen Charakter des Werkes gerecht.
In The Medium zieht Madame Flora ihren Klienten im Rahmen von Séancen das Geld aus der Tasche. Dabei sind ihre naive Tochter Monica und der stumme Waisenjunge Toby behilflich. Als Madame Flora jedoch selbst mit einer Geistererscheinung konfrontiert zu werden scheint, kommt es zur Katastrophe… In Satyricon laden der römische Emporkömmling Trimalchio und seine Frau Fortunata zum Abendessen ein, in dessen Verlauf alle Spielarten extremer Dekadenz durchlebt werden und der Hausherr sogar seine eigene Beerdigung inszeniert.

