In plastischen Farben gezeichnet ist die Unterwelt mit ihrem Gott Pluto und seinen Furien. Dieser gestattet, von Orpheus’ Gesang erweicht, Eurydikes Heimkehr in die Welt der Lebenden unter der Bedingung, dass Orpheus sich auf dem Rückweg nicht nach ihr umwende. Als ihm dies misslingt, stirbt sie erneut und Orpheus bleibt allein mit seinem Schmerz.
Die berührende Musik Telemanns, dessen Tod sich 2017 zum 250. Mal jährt, überrascht durch eine formale Lockerheit, bei der Rezitative, Arien, Tanz- und Chorstücke nahtlos ineinander übergehen. Mit der belgischen Regisseurin und Choreografin Sigrid T’Hooft nimmt sich eine Barock-Spezialistin Telemanns Orpheus-Deutung an. Eine weitere Innovation des 1726 in Hamburg uraufgeführten Stücks: Einige typisch italienische Bravour-Arien und im französischen Stil komponierte Nummern sind auch in der jeweiligen Sprache innerhalb der ansonsten deutschsprachigen Oper. Ein wahrhaft europäisches Gesamtkunstwerk!
Die belgische Regisseurin, Choreografin und Barock-Spezialistin Sigrid T'Hooft inszeniert Telemanns Orpheus oder die wunderbare Beständigkeit der Liebe. Bei Kerzenschein und im barocken Gewand ist dieser ursächlichste aller Opernstoffe zu erleben.

