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Kleist-Förderpreis für junge Dramatikerinnen und Dramatiker 2019 an Peter Thiers

in Kleist Forum
Uraufführung/Premiere am 17. Oktober 2019
Der Kleist-Förderpreis für junge Dramatikerinnen und Dramatiker 2019 geht an Peter Thiers für sein Stück 'Warten auf Sturm'. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld dotiert und bietet eine Uraufführungsgarantie.
© Peter Thiers, Nadja Häupl

Seit 1996 vergeben die Stadt Frankfurt (Oder), das Kleist Forum und die Dramaturgische Gesellschaft jährlich den „Kleist-Förderpreis für junge Dramatikerinnen und Dramatiker“. Anwärterinnen und Anwärter, die bei Einsendeschluss nicht älter als 35 Jahre alt sind, können sich mit noch nicht uraufgeführten Theatertexten bewerben.

Der mit 7.500 Euro dotierte Preis gilt als Wegbereiter vieler, mittlerweile international renommierter Autorinnen und Autoren. Neben dem Preisgeld erfahren die Preisträgerinnen und Preisträger vor allem durch die Uraufführungsgarantie des ausgezeichneten Stücks eine größtmögliche Förderung.

Die Jury-Begründung hebt hervor: „Alles kommt vom Bergwerk her“ lässt Peter Thiers seinen „Chor der Cleaner“ immer wieder sagen. Also: Alles kommt aus dem Schmutz, der Dunkelheit, der harten, Kräfte verschleißenden Arbeit. Wie namenlose Sisyphose placken sie sich ab, um denen über Tage zu Wohlstand zu verhelfen. Die meisten von denen da oben jedoch leben in „Warten auf Sturm“ auch längst nicht mehr in gleißendem Reichtum. Vielmehr erzeugt das Stück mit seinen konsequent klar gezeichneten Figuren und präzisen Dialogen eine düstere Atmosphäre. Der Autor benennt Zeit und Ort als weder vergangen noch zukünftig. Sie seien Ausdruck einer „dystopischen Gegenwart, die sein könnte oder bereits ist“.

Peter Thiers verweist auf das unermessliche Potential des Theaters, eben nicht nur wirklichkeitsabbildend, sondern auch seismographisch und utopisch zu sein. Der Autor verfügt dabei selbst über ein schier unermessliches Arsenal an phantastischen Einfällen und schafft es, die unbändige Energie seiner Figuren und Situationen kraftvoll zu zeichnen. Dieses monumentale Debüt ist eine überzeugende Parabel des modernen Arbeitslebens und geht weit über die bloße Beschreibung einer Klassengesellschaft hinaus.

Vita Preisträger: Peter Thiers, 1991 in Gera geboren, studierte Dramaturgie an der HMT Leipzig sowie der HfMT Hamburg. 2011 veröffentlichte er den mehrfach ausgezeichneten Poetry Film Schlaf.Störung, bis 2014 war er Mitglied der Leipziger Lesebühne Stubenreim. Sein Poetry Film Echo wurde im Wettbewerbsprogramm des DOK Leipzig 2014 gezeigt. Er war Teilnehmer mehrerer Campusprogramme, u.a. des Fast Forward Braunschweig sowie der Ruhrtriennale. Im Herbst 2016 lud das Generalkonsulat Danzig seine Regiearbeit Tod eines Jägers zur Deutschen Woche nach Polen ein, 2017 war er Stipendiat des Literaturhaus Rostock. Seit der Spielzeit 2017/2018 ist er fester Regieassistent am Thalia Theater Hamburg.

Für den 24. „Kleist-Förderpreis für junge Dramatikerinnen und Dramatiker“ 2019 wurden 127 Stücke eingereicht. Das Durchschnittsalter der Bewerberinnen und Bewerber betrug 29,8 Jahre. Das Verhältnis der eingegangenen Bewerbungen von Autorinnen und Autoren war ausgeglichen.

Mitwirkende

Peter Thiers(Autor/in)
Florian Vogel(Dramaturgie)
Milena Manns(Schauspieler/in)
Petra Thöring(Dramaturgie)
Kerstin Grübmeyer(Dramaturgie)
Kathrin Bieligk(Dramaturgie)
Lukas Pohlmann(Dramaturgie)
Julia Jäger(Schauspieler/in)
Thomas Thieme(Schauspieler/in)
Sophie Rois(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Donnerstag, 17. Oktober 2019 (Premiere / Uraufführung)

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