Eines der zentralen Motive, die sich durch den "Sandmann" ziehen, ist das des versehrten, entrissenen, in jedem Fall unzuverlässigen Auges. Subkutan durchwirkt die Angst vor dem Verlust des Sehens, des Blickes, des eigenmächtigen Zugriffs auf die Welt (von Freud als Kastrationsangst übersetzt) alle Verästelungen des Textes und ergreift schleichend vom Leser Besitz. Heute, da wir uns zwischen fragmentierten Narrativen, alternativen Fakten und manipulierten Bildern kaum noch einigen können, welche Wahrheit denn unumstößlich, welchen Augen noch zu trauen ist, scheint uns der 200 Jahre alte "Sandmann" von unheimlich-heimlicher Vertrautheit: Wo keine Gewissheiten sind, ist Furcht. Aber auch die Freiheit des Spiels.
Der Sandmann
in
Marstall
Uraufführung/Premiere am 31. März 2019
E.T.A. Hoffmanns Erzählung von 1815 "Der Sandmann" ist ein Paradies für Deutungsjäger. Das Bravourstück der schwarzen Romantik verbindet Mythen wie die vom Sandmann, der den Kindern die Augen blutig aus dem Kopfe reißt, den (Alp-)Traum vom menschenähnlichen Automaten und eine psychopathologische Fallstudie.
Mitwirkende
Robert Gerloff(Regie)
Maximilian Lindner(Bühnenbild)
Johanna Hlawica(Kostümbild)
Cornelius Borgolte(Komponist/in)
Martin Jedryas(Lichtdesign)
Angela Obst(Dramaturgie)
Aurel Manthei(Schauspieler/in)
Oliver Möller(Schauspieler/in)
Anna Graenzer(Schauspieler/in)
Manfred Zapatka(Schauspieler/in)
Arthur Klemt(Schauspieler/in)
Spielzeiten
Sonntag, 31. März 2019
(Premiere / Uraufführung)
Sonntag, 07. April 2019
Sonntag, 14. April 2019
Samstag, 20. April 2019

