Musils gewaltiger Roman gehört zu den legendärsten ungelesenen Werken der Weltliteratur. Er ist eine große Parabel auf den Untergang der europäischen Gesellschaften des 19. und eine hellsichtige Analyse des 20. Jahrhunderts.
Als ein Wiedergänger Oblomows beschließt Ulrich, «Urlaub vom Leben zu nehmen», um «ein bedeutender Mann zu werden» – «das Fatale daran war bloß, dass er weder wusste, wie man einer wird, noch was ein bedeutender Mensch ist.
Väterliche Beziehungen machen ihn schließlich zum Sekretär der «Parallelaktion», eines Arbeitskreises für große Ideen zum 70. Thronjubiläum des Kaisers. Mit der Komik des Retardierens verlieren sich Musils Figuren in endlosen Diskursen und in Ulrich kommt die Ahnung auf, dass die Gesellschaft am Abgrund des Ersten Weltkriegs steht.
Regisseur Sebastian Klink, langjähriger Mitarbeiter von Frank Castorf, inszenierte an der Berliner Volksbühne Exodus nach DJ Stalingrad und Reise nach Petuschki nach Jerofejew.