Der Prozess einer 25-jährigen Kindsmörderin beschäftigt Gerhart Hauptmann: Warum bringt eine Mutter ihr Kind um? Sein Schauspiel „Rose Bernd“ versucht, darauf eine Antwort zu finden und zeigt eine Welt, in der jeder auf der Suche nach dem eigenen Glück alles riskieren muss.
Mittelpunkt des Geschehens ist Rose. Jeder braucht Rose, jeder benutzt sie und jeder lässt sie fallen. Diese Welt kennt keine Gnade, wenn man mit der Schuld eines anderen die eigene vertuschen kann. So wird Rose unschuldig schuldig und schließlich verrückt an Verhältnissen, die nicht zu ändern sind.
Im Kampf ums eigene Überleben entsteht eine Verrohung des Menschen, die Hauptmann in ihrer Tragik freilegt: eine Tragik, die letztlich keine Schuldigen kennt, nur ein Leben, das nicht zu leben ist.