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Endspiel

Uraufführung/Premiere am 03. Oktober 2020
In einer zerstörten und menschenleeren Welt hausen vier Überlebende einer unbekannten Katastrophe. Hamm, der blinde Herr, und sein Diener Clov kämpfen in einem endlosen Dilemma um das Überleben und die Sinnhaftigkeit ihres Daseins.
© Theater Heilbronn

Clov hasst seinen tyrannischen Herrn und würde ihn am liebsten verlassen. Aber er bringt es nicht fertig, denn Hamm wäre damit dem Tode geweiht, weil Clov der einzige ist, der sich um ihn kümmern kann. Auch töten kann er Hamm nicht, denn nur der weiß, wie der Speiseschrank zu öffnen ist. Ein Dilemma, in dem auch Hamms Eltern Nell und Nagg, die »verfluchten Erzeuger«, gefangen sind. Sie haben ihre Beine und einen Gutteil ihres Verstandes verloren, hausen neben ihrem launischen Sohn, der ihnen das karge Essen zuteilt, in Mülltonnen und träumen von der Jugend. Wenn Clov auf die Leiter steigt, um aus den Fenstern zu schauen, beschreibt er seinem blinden Herrn das Grau, das er sieht: »Es ist nichts mehr übrig.« Sie spielen das unendliche Endspiel, reden an gegen die Hoffnungslosigkeit und ringen mit bösem um irgendeine »Sinnhaftigkeit« des Noch-Daseins.

»Nicht ist komischer als das Unglück«, sagt Nell an einer Stelle und liefert damit laut Beckett den Schlüssel, wie dieses groteske Szenario in »Endspiel« zu betrachten sei. »Ich möchte, dass in diesem Stück viel gelacht wird. Es ist ein Spielstück«, sagte der Autor seinen Schauspielern, als er das Stück 1967 im Berliner Schillertheater selbst auf die Bühne brachte. Unglaubliche 150 Mal wurde das »Endspiel« in seiner Inszenierung aufgeführt und gefeiert. Neben »Warten auf Godot« ist dieser Klassiker des absurden Theaters Becketts größter Erfolg.

Beckett ist eine Ikone des 20. Jahrhunderts, dessen Texte zu ständig neuer Entdeckung einladen. Seine Stücke seien zeitlos, unbestechlich in ihrer Analyse, von einer großen sprachlichen Schönheit und deshalb über jede Kritik erhaben, schrieb Peter Brook in seinem Essay »Mit Beckett leben«. Er verärgere die Leute durch seine Ehrlichkeit, er fabriziere Objekte, führe sie vor: »Was er vorführt, ist furchtbar. Weil es furchtbar ist, ist es auch komisch«, fährt Brook fort und nannte die Uraufführung von Becketts »Endspiel« am Londoner Royal Court Theatre im Jahre 1957 das größte Theaterereignis seit Jahrzehnten.

Mitwirkende

Tom Musch(Kostümbild)
Andreas Frane(Dramaturgie)
Oliver Firit(Schauspieler/in)
Stefan Eichberg(Schauspieler/in)
Frank Lienert-Mondanelli(Schauspieler/in)
Sabine Unger(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Samstag, 03. Oktober 2020 (Premiere / Uraufführung)

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