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Iphigénie en Tauride

in Opernhaus Stuttgart
Uraufführung/Premiere am 28. April 2019
Mord im Namen der Götter und aus Rache prägen die Geschichte der Atriden. Iphigénie, im Exil auf Tauris als Priesterin der Artemis, muss alle Fremden opfern. Als ein traumatisierter Fremder auftaucht, der sie an ihren Bruder Oreste erinnert, wird sie von Verzweiflung und Gewissensqualen heimgesucht.

In Krzysztof Warlikowskis Inszenierung liegen die traumatischen Ereignisse für Iphigénie in weiter Ferne. Der Vater, die Mutter, der geliebte Bruder, die eigene vom Krieg durchkreuzte Jugend – sie lösen sich immer wieder aus dem Nebel des Vergessens. Sie lassen nicht los, werden nicht losgelassen. Diese Iphigénie lebt Wand an Wand mit anderen Frauen, die ihre eigenen Geister mit sich herumtragen und sich in Gleichmut üben gegenüber allem, was in ihrem Leben leidvoll war – ein Chor der letzten Zeuginnen ihres eigenen Überdauerns wechselhafter und kriegerischer Zeiten.

Eine der wichtigsten Reformopern der Musikgeschichte: Christoph Willibald Glucks Iphigénie en Tauride in der Regie von Krzysztof Warlikowski und in der Ausstattung von Małgorzata Szczęśniak. Die Produktion avancierte nach ihrer Premiere an der Opéra national de Paris im Jahr 2006 innerhalb kurzer Zeit zum Kult. Nun wird sie vom Regisseur und seinem künstlerischen Team neu einstudiert. Am Pult des Staatsorchesters dirigiert der Barockspezialist Stefano Montanari, der in der kommenden Saison die Neuproduktion von Antonio Vivaldis Oratorium Juditha triumphans musikalisch leiten wird.

Bei der Premiere von Iphigénie en Tauride gibt Amanda Majeski ihr Haus- und Rollendebüt. Sie gastiert regelmäßig an den großen Opernhäusern der Welt, unter anderem an der Metropolitan Opera New York und der Lyric Opera in Chicago. Die Ensemblemitglieder Elmar Gilbertsson (Pylade) und Jarrett Ott (Oreste) debütieren ebenfalls in ihren Partien. Sieben Statistinnen aus Stuttgart im Alter von 76 bis 96 Jahren verkörpern den stummen Chor der Priesterinnen. Dabei sind manche der Frauen schon jahrzehntelang Teil der Statisterie des Hauses, andere wirken erstmals bei einer Produktion der Staatsoper Stuttgart mit.

Iphigénie en Tauride an der Opéra national de Paris war Warlikowskis erste Operninszenierung außerhalb Polens und wurde bereits damals von Viktor Schoner und Dramaturg Miron Hakenbeck, der mittlerweile ebenfalls fest engagiert ist, künstlerisch betreut. Sein Deutschland-Debüt gab Warlikowski am Schauspiel Stuttgart Ende der 1990er Jahre mit zwei Shakespeare-Produktionen. In Iphigénie en Tauride wird erstmals eine Opernarbeit des Regisseurs in Stuttgart zu sehen sein.

Uraufführung 1779 in Paris
Oper in vier Akten
Libretto von Nicolas-François Guillard
in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung Stefano Montanari
Regie Krzysztof Warlikowski
Bühne und Kostüme Małgorzata Szczęśniak
Licht Felice Ross
Choreografie Claude Bardouil
Dramaturgie Miron Hakenbeck
Chor Bernhard Moncado

Mitwirkende

Stefano Montanari(Musikalische Leitung)
Amanda Majeski(Schauspieler/in)
Jarrett Ott(Schauspieler/in)
Elmar Gilbertsson(Schauspieler/in)
Gezim Myshketa(Schauspieler/in)
Carina Schmieger(Schauspieler/in)
Elliott Carlton Hines(Schauspieler/in)
Ida Ränzlöv(Schauspieler/in)
Renate Jett(Schauspieler/in)
Miron Hakenbeck(Dramaturgie)
Felice Ross(Lichtdesign)
Claude Bardouil(Choreografie)

Spielzeiten

Sonntag, 28. April 2019 (Premiere / Uraufführung)
Donnerstag, 02. Mai 2019
Sonntag, 05. Mai 2019
Freitag, 10. Mai 2019
Sonntag, 12. Mai 2019
Dienstag, 14. Mai 2019
Sonntag, 19. Mai 2019
Donnerstag, 30. Mai 2019

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