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Die Stadt der Blinden

in Opernhaus Zürich (Gebäude)
Uraufführung/Premiere am 12. November 2011
Die neue Auftragsoper von Anno Schreier basiert auf dem gleichnamigen Roman des Nobelpreisträgers José Saramago. Sie erzählt eine Parabel über das Zusammenleben von Menschen unter Extrembedingungen und thematisiert die menschliche Natur in einer Katastrophe.

Als Stoff für seine neue Auftragsoper wählte Anno Schreier den Roman «Die Stadt der Blinden» des portugiesischen Literatur-Nobelpreisträgers José Saramago, der ihm noch kurz vor seinem Tod die Rechte zur Komposition erteilte. «In der ‹Stadt der Blinden›» – so Anno Schreier – «erzählen wir eine Parabel über das Zusammenleben von Menschen unter Extrembedingungen, unter dem Einfluss einer unvorhergesehenen Katastrophe – so ähnlich, wie wir es oft in den Nachrichten hören und lesen.»

«Doch hier ist es nicht Krieg, Naturkatastrophe oder nukleares Desaster, was die Menschen bedroht. Hier steckt die Katastrophe in den Menschen selbst: Ihnen ist die Fähigkeit zu sehen genommen worden. Sie blicken in blendendes Weiss und sind gänzlich einander und ihrer Umwelt ausgeliefert. Es ist wie eine Versuchsanordnung: Von der Staatsgewalt in einem Isolationslager zusammengepfercht und sich selbst überlassen, bilden die Blinden eine Art Miniatur-Gesellschaft, aus der schliesslich im Kampf ums blanke Überleben eine Tyrannei wird. Eine einzige Sehende ist unter den Blinden: Die Frau eines Augenarztes, die bei ihrem erblindeten Mann bleiben will. Sie hätte das Zeug zur Heldin, begeht schliesslich den – vermeintlich – befreienden Tyrannenmord, bleibt aber allein mit ihrer Schuld und den Erinnerungen an das, was sie als Einzige ansehen musste.

In dieser Versuchsanordnung erscheinen alle menschlichen Gefühle, Verhaltensweisen und Charakterzüge – gute wie schlechte – wie unter einem monströsen Vergrösserungsglas. Normale Menschen ‹wie du und ich› werden so zu Opernfiguren – zu Helden und Tyrannen, zu Verzweifelten, Hoffenden und Liebenden. Denn das ist es, was uns auf der Opernbühne bewegt und mitreisst: Menschen, die extremen Situationen und extremen Gefühlen ausgeliefert sind – so extrem, dass ihnen als Ausdrucksmöglichkeit nichts anderes mehr bleibt als der Gesang.

Kompositionsauftrag des Opernhauses Zürich, gefördert von der Kunststiftung NRW - Unterstützt von der Fondation Edouard et Maurice Sandoz

Mitwirkende

Zsolt Hamar(Musikalische Leitung)
Michael Simon(Bühnenbild)
Carla Caminati(Kostümbild)
Elfried Roller(Lichtdesign)
Chris Ziegler(Videodesign)
Ramses Sigl(Choreografie)
Sandra Trattnigg(Schauspieler/in)
Reinhard Mayr(Schauspieler/in)
Rebeca Olvera(Schauspieler/in)
Valeriy Murga(Schauspieler/in)
Morgan Moody(Schauspieler/in)
Irène Friedli(Schauspieler/in)
Peter Sonn(Schauspieler/in)
Andreas Hörl(Schauspieler/in)
Andreas Winkler(Schauspieler/in)
Sen Guo(Schauspieler/in)
Thomas Tatzl(Schauspieler/in)
N. N.(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Samstag, 12. November 2011 (Premiere / Uraufführung)

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