Im Fall Wagner hat Friedrich Nietzsche das Kernproblem des vermeintlichen Helden Lohengrin wunderbar auf den Punkt gebracht: „Der Lohengrin enthält eine feierliche In-Acht-Erklärung des Forschens und Fragens. Wagner vertritt damit den christlichen Begriff, du sollst und musst glauben. Es ist ein Verbrechen am Höchsten, am Heiligsten, wissenschaftlich zu sein ... Der fliegende Holländer predigt die erhabne Lehre, dass das Weib auch den Unstätesten festmacht, Wagnerisch geredet, ‚erlöst‘. Hier gestatten wir uns eine Frage. Gesetzt nämlich, dies wäre wahr, wäre es damit auch schon wünschenswerth? – Was wird aus dem ‚ewigen Juden‘, den ein Weib anbetet und festmacht? Er hört bloss auf, ewig zu sein; er verheirathet sich, er geht uns Nichts mehr an. – In’s Wirkliche übersetzt: die Gefahr der Künstler, der Genie’s – und das sind ja die ‚ewigen Juden‘ liegt im Weibe: die anbetenden Weiber sind ihr Verderb. … – Der Mann ist feige vor allem Ewig-Weiblichen: das wissen die Weiblein.“ Ist Lohengrin im Angesicht der glaubenden Liebe Elsas ein Feigling?
Mit Lohengrin kehrt der international tätige Starregisseur und Bühnenbildner Marco Arturo Marelli nach vielen Jahren nach Bonn zurück, wo er bereits während der Intendanz von Jean-Claude Riber eine Anzahl von Inszenierungen vorgestellt hat.
Romantische Oper in drei Aufzügen – Mit Übertiteln –
Musikalische Leitung: Dirk Kaftan
Inszenierung, Bühnenbild, Licht: Marco Arturo Marelli
Kostüme: Ingeborg Bernerth
Dramaturgie: Andreas K. W. Meyer
Choreinstudierung: Marco Medved
Einstudierung Kinder- und Jugendchor: Ekaterina Klewitz
Heinrich der Vogeler: Pavel Kudinov
Lohengrin: Mirko Roschkowski
Elsa von Brabant: Anna Princeva, Johanni van Oostrum, NN
Friedrich von Telramund: Tómas Tómasson, Mark Morouse
Ortrud: Dshamilja Kaiser
Der Heerrufer des Königs: Ivan Krutikov
Chor des Theater Bonn
Extrachor des Theater Bonn
Kinder- und Jugendchor des Theater Bonn
Beethoven Orchester Bonn
Weitere Termine unter www.theater-bonn.de

