Noch immer ist Hedda fasziniert von ihm, doch ist er durch sein jüngst Aufsehen erregendes kulturwissenschaftliches Buch zur Konkurrenz für ihren Mann geworden – die Zukunftspläne und das Bilderbuchglück Heddas scheinen bedroht. Geschickt macht sich Hedda daran, Ruf und Ansehen Løvborg zu demontieren, denn: „Ich möchte ein einziges Mal in meinem Leben die Herrschaft haben über ein Menschenschicksal.”
Eifersucht, Egoismus, Intrigen und gespielte Gefühle – Ibsens Hedda Gabler versammelt klassische Motive der Dramenliteratur. Die junge Hedda verkörpert zugleich Wünsche an und Ängste vor der emanzipierten, vermeintlich perfekten Frau. Der Regisseur Jan Friedrich betrachtet Ibsens Drama als Folie für eine perfekte kleinbürgerliche Fassade und blickt schonungslos dahinter.
Deutsch von Christel Hildebrandt, in einer Fassung von Jan Friedrich.


