Ihm reicht der Dachboden – und etwas Menschlichkeit. Herr Biedermann zwingt sich zur Toleranz – auch dann noch, als Schmitz einen weiteren obskuren Untermieter mitbringt und beide immer mehr Fässer mit Benzin auf dem Dachboden deponieren.
„Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Komischerweise. Die glaubt niemand.“ Herr Biedermann könnte die Wahrheit erkennen, aber er stellt sich blind. Warum er dies tut, das ist die Kernfrage dieser amüsanten, bitteren Parabel über Vertrauen, Opportunismus, Lüge und Verdrängung. Max Frischs „Lehrstück ohne Lehre“ entstand 1958, lange bevor die weltweiten Brandstifter unserer Tage denkbar waren. Die selbstverschuldete Wehrlosigkeit gegenüber Täter*innen, die von Anfang an sagen, was sie wirklich wollen, ist aber nur eine Assoziationsmöglichkeit bei diesem Stück übers Wegsehen und Weitermachen.
Inszenierung Kathrin Mayr a. G. Bühnen- und Kostümbild Hannah Petersen Musikarrangement Clemens Mädge
Chorführer Niklas Schmidt Der Chor Damen und Herren der Lüneburger Singakademie
Einführung 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn.


