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Judas

Uraufführung/Premiere am 15. Februar 2019
Judas erscheint in unserer Gegenwart, um seine Geschichte zu erzählen. Ist es der Versuch eines Schuldbekenntnisses oder eher der Rechtfertigung? Was trieb ihn, Judas Iskarioth, an?

Die flämische Autorin Lot Vekemans bietet in ihrem Monolog der Ikone des Verrats ein Plenum. Fast 2000 Jahre nach seiner Tat präsentiert sich Judas auf dem Theater, lässt uns teilhaben an seiner eigenen Geschichte. Der Text ist Augenzeugenbericht, Verteidigungsrede, Image-Kampagne und Eingeständnis von demjenigen, der „schwärzer wurde als schwarz“, weil alle anderen die Schuld am Tode des Messias auf ihm abladen konnten, unter dem Motto: „Ich wasche meine Hände in Unschuld.“

Vekemans lässt Judas über seine Wut, seine Enttäuschung und seine Sehnsüchte reden, ohne die Verantwortlichkeit seines Handelns zu leugnen. Aber ist der Zweifel nicht ein viel produktiverer Zustand als der Glaube? Schließlich hätte es ohne ihn und seine Tat auch Kreuzigung und Auferstehung nicht gegeben. Und so ging des einen Weg gen Himmel, während der andere zur Hölle fuhr…

In den Dramen der 1965 geborenen Lot Vekemans, die an der Amsterdamer Akademie für Autoren ausgebildet wurde, geht es immer um existenzielle Themen. Meist stellt sie ihre Bühnenfiguren in Entscheidungssituationen - und gibt nie Schuldzuweisungen wie Gut oder Böse. Johan Simons, der Regisseur, der „Judas“ an den Münchner Kammerspielen uraufführte, schätzt an der Schriftstellerin besonders, dass sie "immer über den engen Horizont einer kleinen Geschichte hinausblickt auf ein größeres Ganzes", das sie in aller Komplexität beschreibt. Das Entscheidende aber ist: "Sie gibt Figuren das Wort, die in der Historie immer zu kurz gekommen sind - und sie zeigt sie jenseits von Schwarz und Weiß ohne Wertung in Gut und Böse. In ihrem Drama aber stellt sie eine höchst provokante Frage: Ist Jesus oder Judas für uns gestorben?"

2016 wurde das Theaterstück mit dem "Ludwig Mühlheims Preis für religiöse Dramatik" ausgezeichnet.

Mitwirkende

Lot Vekemans(Autor/in)
Ines Schneider(Sonstiges)

Spielzeiten

Freitag, 15. Februar 2019 (Premiere / Uraufführung)
Mittwoch, 20. Februar 2019
Freitag, 22. Februar 2019
Samstag, 23. Februar 2019

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