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Unterwerfung

in tif (Theater im Fridericianum)
Uraufführung/Premiere am 23. März 2018
Im Frankreich des Jahres 2022 hat der Literaturprofessor François seinen intellektuellen Zenit überschritten und vereinsamt zunehmend. Angesichts der politischen Entwicklungen und dem Aufstieg einer neuen Ordnung gerät er in einen inneren Konflikt zwischen seinen Werten und den neuen gesellschaftlichen Gegebenheiten.

Bei der bevorstehenden Präsidentschaftswahl droht ein Sieg des rechten Front National. Um Marine Le Pen als Präsidentin Frankreichs zu verhindern, gehen die Sozialistische und die Konservative Partei ein Bündnis mit der vor kurzem gegründeten demokratischen Muslimbruderschaft ein und installieren deren gemäßigten Vorsitzenden Mohammed Ben Abbes als Kandidaten für das Amt des Staatspräsidenten.

Als es in Paris zu tumultartigen Ausschreitungen kommt und ein Bürgerkrieg droht, verlässt François die Hauptstadt, um aus der sicheren Entfernung der Provinz die weiteren Ereignisse zu beobachten. Tatsächlich gewinnt Ben Abbes die Wahl zum Staatspräsidenten und ändert sofort die laizistische Verfassung Frankreichs. Er führt Theokratie, Scharia, Patriarchat und Polygamie ein, was zu einem deutlich veränderten öffentlichen und politischen Leben führt: Während die Zahlen der Arbeitslosen und die der Verbrechen schnell sinken, wird das gesamte Bildungssystem nach muslimischen Kriterien umgebaut. An erster Stelle der gesellschaftlichen Werteskala steht jetzt die Familie, um die sich vor allem die Frauen zu kümmern haben.

Wieder zurück in Paris erfährt François von seiner sofortigen Beurlaubung bei vollen Bezügen von seiner Lehrtätigkeit. Zu seinem Erstaunen beruhigt sich das Land in den folgenden Wochen. Als er vom charismatischen und zum Islam konvertierten Rektor der Universität umworben wird, um wieder in den Universitätsbetrieb einzusteigen, ist François immer mehr geneigt, sich diesem neuen, von einem gemäßigten Islam geprägten Gesellschaftssystem, zu unterwerfen.

Michel Houellebecq, umstrittener und gefeierter französischer Autor, zielt mit seinem provokant zugespitzten Roman Unterwerfung auf die offenbare Schwäche der unsere westlichen Gesellschaften gestaltenden politischen und intellektuellen Kräfte. Stellvertretend für diese gibt François fast widerstandslos seine gewachsenen christlich-kulturellen Werte auf und unterwirft sich freiwillig einer neuen konservativen Werteordnung, die ihm vor allem ein angenehmes privilegiertes Leben verspricht.

Mitwirkende

Norma Cassau(Autor/in)
Bernd Wilczek(Autor/in)
Susanne Priebs(Kostümbild)
David Rimsky-Korsakow(Komponist/in)
Thomaspeter Goergen(Dramaturgie)
Stephan Schäfer(Schauspieler/in)
Aljoscha Langel(Schauspieler/in)
Christian Ehrich(Schauspieler/in)
Hagen Bähr(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Freitag, 23. März 2018 (Premiere / Uraufführung)
Donnerstag, 29. März 2018
Freitag, 06. April 2018
Samstag, 14. April 2018

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