Wir wissen alles über Marie-Antoinette. Wir wissen nichts von Marie-Antoinette. Ihr Bild in der Öffentlichkeit prägten die sozialen Medien ihrer Zeit: die Kolportage, der Tratsch, die Gerüchte und Intrigen. Ihr ausgeprägter Hang, sich zu vergnügen, erregte Misstrauen – und so stilisierte man „Die Österreicherin“ in Frankreich nicht nur zur Mode-Ikone und zum Star, sondern auch zur naiven Verschwenderin und schließlich zur Symbolfigur für die Dekadenz des Ancien Régime: einem Fall fürs Schafott. Sie war auch: hingebungsvolle Mutter, Freundin und Förderin der Künste, zerbrechlich und unsicher.
Erzherzogin Maria Antonia Josepha Johanna von Österreich, Marie-Antoinette, die letzte Königin Frankreichs und am Ende nur noch die „Witwe Capet“: Sie bleibt ein Rätsel, bis heute. Vielleicht muss man sich, vielleicht kann man sich ihr nur im Spiel weiter nähern, als es die Historiker vermögen.
Niklas Ritter (Text) lotet nach WELT AM DRAHT in seiner zweiten musikalischen Produktion mit Tilman Ritter (Musik) aus, was die Geschichte zwischen Fremdbestimmtheit und Privilegien, zwischen Pomp und Ödnis bei Hofe uns selbst heute noch Neues verraten kann. Auch über uns, die Gesellschaft, in der wir leben und das Verhältnis, das wir zu Macht und Medien entwickelt haben.
Inszenierung Niklas Ritter
Komposition und musikalische Leitung Tilman Ritter
Bühne Niklas Ritter und Justus Saretz
Kostüm Ines Burisch
Musikalische Leitung (Vorstellungen) Jan Kersjes
Licht Arndt Rössler
Dramaturgie Ralph Blase
Bühnenmusik Yenisey Rodriguez, Stefan Halbeisen und Mathias Schmidt


