Orlando ist der erste große literarische Erfolg Virginia Woolfs, der zu einem der prominentesten Klassiker der englischen Moderne avancierte. Es thematisiert die Verflechtung von Geschlechtsidentität, Liebe und künstlerischer Kreativität und bricht poetisch auf raffinierte Weise gesellschaftliche und persönliche Realität. Die Zeit- und Geschlechterreise durch die Jahrhunderte endet aber in Olga Neuwirths Oper in 19 Bildern nicht wie im Original 1928, sondern geht bis ins Jahr 2019.
Olga Neuwirths Musiktheater öffnet eine Tür ins Reich der Gleichzeitigkeit von Erlebtem, Erlesenem, Gehörtem, Wissen und Gefühl. Ins Reich der Fiktion also, aus Erinnerungen gebaut.
„Von Kindheit an hat mich einfach alles interessiert, Kunst, Politik, Wissenschaft, Architektur, die Psychologie der Menschen. Von der wunderbaren Vielfalt des Lebens, den kleinen und großen Dingen in der Welt, lasse ich mich gleichermaßen inspirieren. Das spiegelt Orlando wider: Denn die Essenz dieser fiktiven Biografie ist die Liebe zum Seltsamen, Paradoxen, zur Groteske, zur Kunstfertigkeit, Überhöhung und Übertreibung, um eine neue Morphologie einer sich ständig in Bewegung befindlichen Erzählung zu schaffen. Auch geht es immer wieder um eine kultivierte, höchst raffinierte Form von sexueller Anziehung und gegen das Einzwängen in die Laufrichtung eines einzigen Geschlechts. Und darum, sich nicht bevormunden und herablassend behandeln zu lassen, was Frauen immer wieder geschieht und geschehen wird“, so Olga Neuwirth.
Die Kostüme werden von Rei Kawakubo, legendäre Modeschöpferin und Gründerin des weltweit agierenden Modelabels Comme des Garçons, kreiert.


