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Cyclops

in Ballhaus Ost
Uraufführung/Premiere am 04. April 2019
Das Auge des Zyklopen ist rund – wie ein Kamera-Objektiv. Zé de Paiva lässt in seinem Regiedebut seine Erfahrung als Schauspieler, Tänzer, Fotograf und Videokünstler zusammenfließen und sucht in einer intermedialen Performance die postkoloniale Bildordnung zu verzerren.
acyclops
© Kathleen Kunath

Für wen? Für welchen Zweck? Mit Cyclops stellt der Performer Zé de Paiva die Kamera, diese omnipräsente, allmächtige Bilderproduzentin ins Zentrum – als Widerpart, als Instrument der Herrschaft und der Ermächtigung. Wer führt die Kamera, bestimmt den Ausschnitt, wer bedient den Auslöser?

Kameras machen sichtbar, geben Gestalt. Wer über den Apparat verfügt, entscheidet über die Art des Sehens und Gesehenwerdens. Die fotografische Praxis schafft die Hierarchie der Betrachtenden und Betrachteten. Sie ist Teil des späten Kolonialismus, der Überwachung, Kategorisierung, Verwaltung, der Objektivierung von Körpern und Menschen.

Man spricht vom Protagonisten und meint die Person vor der Kamera. Aber ist die eigentliche Protagonistin nicht die Person mit der Kamera, dieser artifizielle Zyklop? Ist der Rollentausch möglich? Was siehst du? Wer bist du, mein Gegenüber mit diesem Blick auf die Welt? Wie siehst du mich? Ist die Welt auf deine Perspektive eingestellt? Und wenn ich dich auf meinem Bildschirm sehe, wer bist du dann? Wer führt den Blick, wer verführt?

Cyclops ist ein Tanz mit Kabeln und Augen. Ein Kampf um Bewegungsmöglichkeiten. In der Performance suchen Zé de Paiva und Nasheeka Nedsreal die Aneignung, die Licht-Brechung im Dienst ihrer Perspektiven als Schwarze Protagonist*innen.

Mitwirkende

Zé de Paiva(Schauspieler/in)
Nasheeka Nedsreal(Tänzer/in)
Fabiano Lima(Komponist/in)
Catalina Fernández(Lichtdesign)
Kathleen Kunath(Videodesign)

Spielzeiten

Donnerstag, 04. April 2019 (Premiere / Uraufführung)
Freitag, 05. April 2019
Samstag, 06. April 2019
Sonntag, 07. April 2019

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