Er bewegt sich außerhalb von Beständigkeit und Tradition. Schon früh hat er erlebt, wie durchlässig Lebenswelten sein können: Als Sohn jüdischer, aber nicht orthodoxer Eltern besuchte Heine zunächst eine christliche Schule, als er mit sieben Jahren Zeuge wird, wie man ein politisches System einfach gegen ein anderes austauscht. Später erlebt er die Ablösung Napoleons durch die Preußen. Heine selbst verbringt die ersten zwanzig Jahre seines Lebens in mindestens fünf verschiedenen Städten. Er studiert Jura, besucht aber auch philosophische Vorlesungen. Er dichtet in romantischem Gewand und mischt doch immer wieder politische Seitenhiebe unter. All das hat ihn zu einem unerschütterlich Wankelmütigen werden lassen. Zu einem flexiblen Denker, den die zunehmend komplexer werdende und deshalb nach klaren Grenzen strebende Gesellschaft unserer Zeit bitter nötig hätte.
Der Regisseur Daniel Pfluger wird dem literarischen Werk Heinrich Heines im Kontext deutscher Geschichte und Musik nachspüren. In Halle stand schließlich das erste figürliche Heine-Denkmal Deutschlands. Nach dessen Vernichtung durch die Nationalsozialisten ziert 90 Jahre später ein überdimensionaler Heine-Kopf aus Sandstein den Uniplatz. Gleich hinter dem Theater.
Regie Daniel Pfluger
Bühnenbild Flurin Borg Madsen
Kostümbild Kerstin Griesshaber
Musik Martin Reik
Dramaturgie Sophie Scherer

