Eine Serie mysteriöser Begegnungen, in denen Vergangenes lebendig wird, erweist sich als verhängnisvoller Lauf gegen die Zeit. Sleepless ist eine tragische Geschichte mit bizarren Begegnungen und Bonnie-und-Clyde-Motiven, die tief in die Herausforderungen und Abgründe des Menschseins eintaucht.
„Ich habe mich sehr früh dazu entschlossen, diese Erzählung als Ballade zu betrachten“, so Peter Eötvös. „Auch aus dem Grund, dass Fosse nicht festlegt, in welchem Jahrhundert sich die Geschichte ereignet. Sie könnte in der Vergangenheit, der Gegenwart oder der Zukunft spielen. Die Ballade als Gattung bedeutet für mich auch diese unabhängige Zeitbetrachtung und das erzeugt einen anderen Klang. Eine Ballade wird grundsätzlich erzählt. Im musikalischen Material des Orchesters hört man die ganze Zeit, dass ich etwas erzähle.“
Peter Eötvös, der zu den prägendsten Persönlichkeiten der Musik unserer Zeit gehört und kürzlich mit dem bedeutenden BBVA Award für Musik und Oper ausgezeichnet wurde, hat mit Sleepless ein faszinierendes wie farbenreiches Musiktheaterwerk geschaffen. Basierend auf Trilogie des Autors Jon Fosse verweben er und die Librettistin Mari Mezei Momentaufnahmen der existenziellen Suche nach Zugehörigkeit und die Frage nach der Legitimität von Gewalt als Reaktion auf gesellschaftliche Gleichgültigkeit zu einem musiktheatralen Bewusstseinsstrom.
Inszeniert wird die Uraufführung vom vielfach ausgezeichneten ungarischen Film-, Theater- und Opernregisseur Kornél Mundruczó, der damit sein Hausdebüt an der Staatsoper Unter den Linden gibt. Mit seinen Arbeiten ist er weltweit auf Festivals eingeladen, daneben inszeniert er an Theatern und Opernhäusern im deutschsprachigen und im europäischen Raum. Sein englischsprachiges Filmdebüt gab er 2020 mit dem Drama Pieces of a Woman, das seine Premiere im Rahmen der Filmfestspiele in Venedig feierte und aktuell auf Netflix zu sehen ist. Die Hauptdarstellerin Vanessa Kirby erhielt für ihre Darstellung u. a. Nominierungen für den Oscar und den Golden Globe Award.
Das Auftragswerk der Staatsoper Unter den Linden und des Grand Théâtre de Genève, mit einem Libretto von Mari Mezei, basierend auf Trilogie des norwegischen Autors Jon Fosse.


