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Babylon

Uraufführung/Premiere am 27. Oktober 2012
In der Oper 'Babylon' von Jörg Widmann wird das Aufeinandertreffen der jüdischen und babylonischen Kultur im antiken Orient thematisiert. Die Geschichte entfaltet sich um die Liebe zwischen Tammu und Inanna, die inmitten eines kulturellen Umbruchs und göttlicher Konflikte stattfindet.

Babylon erzählt vom Aufeinanderprallen der jüdischen und der babylonischen Kultur im antiken Orient und den unterschiedlichen Vorstellungen von Diesseits, Jenseits und göttlicher Ordnung in den beiden Gesellschaften. Der gebürtige Münchner Jörg Widmann trug lange die Idee einer Oper zu Babylon in sich. Seine ursprüngliche Faszination wurde geweckt von dem völlig anderen, für uns kaum beschreibbaren Liebeskonzept im vorantiken Mesopotamien. Und so entrollt sich in Babylon eine veritable Liebesgeschichte: Die Liebe zwischen den Hauptfiguren Tammu und Inanna geht zurück auf eines der legendärsten mythologischen Liebespaare der Babylonischen Antike, das schon Mozarts Zauberflöten-Dichter Emanuel Schikaneder inspiriert hat: zwischen dem Helden Tammuzi und Inanna, der Göttin der Liebe und des Krieges. Weitere Inspiration fand Widmann im Gilgamesch-Epos sowie bei biblischen Propheten und bekannten Psalmen.

Die monumentale Großstadt Babylon wird zum Schauplatz eines zivilisatorischen Umbruchs im Moment des Aufeinanderprallens zweier Kulturen: Während die Babylonier noch das Menschenopfer praktizieren, haben die Juden, die hier im Exil festsitzen, es bereits abgeschafft. Die Oper verfolgt diesen Konflikt über die Liebe des Exilanten Tammu zur Babylonierin Inanna, Priesterin im Tempel der freien Liebe. Als die Götter im Weltall Chaos entfesseln, werden auch die Tage auf der Erde wirr, Meteoritenhagel bedrohen die Menschen, der Euphrat verlässt sein Bett, es kommt zur Sintflut. Der Priesterkönig verspricht Ruhe und Ordnung zwischen Himmel und Erde durch ein Menschenopfer, die Babylonier begehen dies in einem rauschhaften Fest. Inanna aber steigt hinab in die Unterwelt, um den geopferten Tammu zurück ins Leben zu holen und sich mit ihm zu vereinigen. Am Ende siegt die Liebe und Versöhnung zwischen dem Himmel und den Menschen löst das alte Opfer ab. Eine vertragliche Übereinkunft begründet eine neue Weltordnung, in der wir uns noch heute befinden: die auf geordnete Wiederkehr beruhende 7-Tage-Woche.

Für die Inszenierung zeichnet Carlus Padrissa von der katalanischen Theatergruppe La Fura dels Baus verantwortlich.

Libretto von Peter Sloterdijk
In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln
Auftragswerk der Bayerischen Staatsoper

Mitwirkende

Kent Nagano(Musikalische Leitung)
Jörg Widmann(Komponist/in)
Roland Olbeter(Bühnenbild)
Chu Uroz(Kostümbild)
Carlus Padrissa(Videodesign)
Urs Schönebaum(Lichtdesign)
Miron Hakenbeck(Dramaturgie)
Moritz Gagern(Dramaturgie)
Sören Eckhoff(Schauspieler/in)
Claron McFadden(Sänger/in)
Anna Prohaska(Sänger/in)
Jussi Myllys(Sänger/in)
Willard White(Sänger/in)
Gabriele Schnaut(Sänger/in)
Kai Wessel(Schauspieler/in)
August Zirner(Schauspieler/in)
Iulia Maria Dan(Sänger/in)
Golda Schultz(Sänger/in)
Silvia Hauer(Sänger/in)
Dean Power(Sänger/in)
Kenneth Roberson(Sänger/in)
Tim Kuypers(Sänger/in)
Tareq Nazmi(Sänger/in)
Joshua Stewart(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Samstag, 27. Oktober 2012 (Premiere / Uraufführung)
Mittwoch, 31. Oktober 2012
Samstag, 03. November 2012
Dienstag, 06. November 2012
Samstag, 10. November 2012

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