Das wäre ja wie an einem Grab zu stehen und losheulen zu müssen, weil es nun mal angesagt ist. Im Theater ist man davon befreit. Die Verabredung ist ja eher die, dass wir empfinden wollen auf der Grundlage, dass man uns da etwas vorspielt. Dass überhaupt etwas in meinem Leben aufgetaucht ist, habe ich der Tatsache zu verdanken, dass etwas „nur“ gespielt worden ist. Und das ist kein Witz. Theater denken ja gerne, sie wären ein Tempel, in dem der Ernst schon vorinstalliert ist. Und so sehen die dann auch aus, die Schauspieler, die vergessen haben, woher der Ernst kommen könnte: aus dem Spiel eben. Daraus, dass hier ein paar Leute so tun als ob. In einem Raum, in dem es eben ausgerechnet um nichts geht. Jedenfalls nicht um Leben und Tod. Es geht im Theater nicht um das Leben oder den Tod. Es geht um die gespielten Leben und den gespielten Tod.
Cavalcade or Being a holy motor
Uraufführung/Premiere am 25. September 2013
Die Wahrheit hat noch nie irgendein Gefühl in uns erzeugt. Deshalb geht man ja auch ins Theater, weil da nur gespielt wird. Dadurch werden die größten Gefühle in uns hervorgerufen, aus dem einfachen Grund, dass die Gefühle nur gespielt sind.
Mitwirkende
René Pollesch(Regie)
Bert Neumann(Bühnenbild)
Nina von Mechow(Kostümbild)
Felix Dreyer(Lichtdesign)
Amely Joana Haag(Dramaturgie)
Birgit Minichmayr(Schauspieler/in)
Ignaz Kirchner(Schauspieler/in)
Martin Wuttke(Schauspieler/in)
Spielzeiten
Mittwoch, 25. September 2013
(Premiere / Uraufführung)
Freitag, 27. September 2013
Montag, 30. September 2013
Samstag, 05. Oktober 2013
Sonntag, 20. Oktober 2013
Donnerstag, 31. Oktober 2013

