Mit großer Sprachgewalt richtet Albert Ostermaier einen Brennspiegel auf den tödlichen Konflikt zwischen Shylock und Antonio, die letztlich beide lebensmüde Opfer und Täter einer geschlossenen, ausschließenden und angstbesessenen Gesellschaft sind. »Ein Pfund Fleisch« ist auch ein Stück über die Finanzkrise, über die Märkte als Männergesellschaft, über ein tödliches Spiel. Im Handel gibt es keine Religion mehr, der Mensch ist ein Termingeschäft. Erst als alles zu wanken beginnt, bricht der tödliche Hass aus, der, solange alle von einander profitieren, unterdrückt blieb. Der Trading Room wird zum Boxring für den entscheidenden Kampf: Gemeinschaft gegen Gesellschaft, Kapitalismus gegen Kapitulation, Liebe gegen Geld, Geld gegen Liebe, ein Pfund Fleisch gegen die Seele.
Regie führte Dominique Schnizer, Bühne und Kostüme stammen von Christin Treunert, das Licht wurde von Annette ter Meulen gestaltet, Video von Marcel Didolff, und die Komposition sowie Livemusik stammen von Jimi Siebels, während die Dramaturgie von Steffen Sünkel übernommen wurde.

