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Viel Lärm um nichts

Uraufführung/Premiere am 22. Juni 2019
War Shakespeare ein Feminist? Viel Lärm um nichts ist eine leichtfüßige und lebhafte Komödie über den Kampf zwischen Frau und Mann und ein Loblied auf die Gleichberechtigung. Beatrice ist eine frühe Feministin, die sich von niemandem die Butter vom Brot nehmen lässt, und Benedikt, ihr männliches Pendant, liebt genau diesen Eigensinn.

Ihre Wortgefechte gehören zu den witzigsten und geistreichsten Polemiken über Ehe und Liebe, die Shakespeare geschrieben hat. Nicht zuletzt deshalb gehört diese Komödie aus dem Jahre 1598/99 zu den besten aus der Feder des Großmeisters der Darstellung menschlicher Irrungen und Wirrungen.

Der Krieg ist aus. Zeit, sich den schönen Dingen des Lebens zuzuwenden. Don Pedro, Prinz von Aragonien, reist nach gewonnener Schlacht gegen seinen intriganten Bruder Don John zufrieden gen Heimat und macht Station im Haus von Leonato, Gouverneur von Messina. In seinem Gefolge sind die tapferen Lords Claudio und Benedikt, die sich auf dem Feld große Verdienste erworben haben. Claudio hat es heimlich auf Hero, die Tochter des Gouverneurs, abgesehen – allerdings vor allem wegen des dicken Portemonnaies ihres Vaters. Doch so mutig er im Kampf ist, so schüchtern ist er, wenn’s um Frauen geht. Don Pedro hilft ihm auf die Sprünge und schon bald soll die Hochzeit sein. Wenn da nicht Don Pedros ständig missgelaunter Stiefbruder Don John etwas dagegen hätte ...

Der selbstsichere Benedikt hingegen, der davon überzeugt ist, dass alle Frauen in ihn verschossen sind, will am liebsten bis an sein Lebensende Junggeselle bleiben. Er könne nicht lieben, behauptet er. Und trifft an Leonatos Hof auf die schlagfertige Beatrice. Gewitzt schießt sie ihre verbalen Giftpfeile gegen die Männerwelt, insbesondere gegen Benedikt, und der kontert nicht minder scharfsinnig. Aber schon bald werden ihre Mitmenschen den Eindruck nicht los, dass sich liebt, was sich gegenseitig mit großem Vergnügen und immer neuen Provokationen neckt.

Aus purer Bosheit und Zerstörungswut spinnt Don John eine finstere Intrige, die die Verbindung zwischen Hero und Claudio in ernsthafte Gefahr bringt und die Geschichte verrückte Wendungen nehmen lässt. Doch wie es sich für eine richtig deftige Shakespeare-Komödie gehört, ist nach vielen Intrigen und Kabalen, Verwechselungen, Maskeraden, Tricksereien und dem unfreiwilligen Eingreifen zweier tollpatschiger Wachtmeister am Ende alles gut.

Alles gut? Shakespeare erzählt diese Geschichte so federleicht und dennoch voller Brüche und Abgründe, schwärmt Tobias Wellemeyer. Seine Zuneigung als Regisseur gehört ebenso wie die Shakespeares den Frauenfiguren: der zurückhaltenden Hero, die ob ihres Sanftmutes fast geopfert wird in dieser Männer-Macho-Geld-Gesellschaft, in der die Liebesallianzen unter geschäftlichen Gesichtspunkten geschmiedet werden. Aber sie gehört auch der starken Beatrice, die ihren Platz zu behaupten weiß im Haifischbecken der Liebe, die kämpft wie die schwertschwingende Frau, aber hinter ihrem verwegenen Gebaren eine tiefe Sehnsucht nach Liebe verbirgt – und eine Traurigkeit über Männer, die Frauen demütigen.

Typisch Shakespeare ist dies trotzdem der Stoff für eine große Sommerkomödie: Viel Lärm um nichts – ein Spiel mit Masken und Verstellungen um das wichtigste und überhaupt nicht greifbare Nichts, das es gibt – die Liebe.

Mitwirkende

Jan Kersjes(Musikalische Leitung)
Dr. Mirjam Meuser(Dramaturgie)
Nils Brück(Schauspieler/in)
Hannes Rittig(Schauspieler/in)
Sven-Marcel Voss(Schauspieler/in)
Lucas Janson(Schauspieler/in)
Marek Egert(Schauspieler/in)
Stefan Eichberg(Schauspieler/in)
Juliane Götz(Schauspieler/in)
Stella Goritzki(Schauspieler/in)
Sabine Unger(Schauspieler/in)
Gabriel Kemmether(Schauspieler/in)
Oliver Firit(Schauspieler/in)
Jan Kersjes(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Samstag, 22. Juni 2019 (Premiere / Uraufführung)
Mittwoch, 26. Juni 2019
Samstag, 29. Juni 2019
Dienstag, 16. Juli 2019
Mittwoch, 17. Juli 2019
Freitag, 19. Juli 2019

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