Die Novemberrevolution vor hundert Jahren, aus der die erste deutsche Demokratie - die Weimarer Republik - hervorgegangen ist, hat kaum ein anderer Autor so umfassend und vielfältig beschrieben wie Alfred Döblin. In seinem Romanepos »November 1918« verweben sich Zeit-, Individual- und Politikgeschichte zu einem einerseits monumentalen, andererseits immer wieder sarkastisch-ironisch gebrochenen Panorama.
In einer spartenübergreifenden Produktion von Schauspiel, Musiktheater und Staatskapelle Weimar bringt das Deutsche Nationaltheater Weimar Döblins Roman „November 1918“ erstmals auf die Bühne. Regie führt André Bücker, Intendant des Theaters Augsburg, der das vierbändige Werk gemeinsam mit Chefdramaturgin Beate Seidel in einer Theaterfassung verdichtet hat. Stefan Lano, Erster Kapellmeister am DNT Weimar, wird den Abend nicht nur musikalisch leiten, sondern gestaltet ihn auch als Komponist mit. Seine Musik steht neben Musik dieser Zeit. Blitzlichtartig und einander szenisch kontrastierend entfaltet die Inszenierung so spielerisch, gesanglich und orchestral das Bild einer in ungeheure Bewegung geratenen Gesellschaft und ist doch nur scheinbar eine Reise in die Geschichte. Vielmehr führt die Vergegenwärtigung der Ereignisse jener Zeit unübersehbar mitten hinein in die Debatten unserer Gegenwart. Damit bildet die Uraufführung „November 1918“ für das DNT Weimar zugleich den Auftakt für eine vielfältige Auseinandersetzung in unterschiedlichen Formaten mit der Geschichte und dem gegenwärtigen Zustand unserer demokratischen Kultur im Kontext des Jubiläums „100 Jahre Weimarer Republik“.


