Die ehemalige Skiläuferin Nicola Werdenigg deckt Machtmissbrauch und sexuelle Übergriffe im österreichischen Skisport der 70er Jahre auf. Ihre Enthüllungen führen zu einer kritischen Auseinandersetzung mit einer patriarchalen Gesellschaft, die im Namen des Leistungssports Frauen unter Druck setzte und missbrauchte.
Elfriede Jelinek nimmt diese Offenbarungen zum Anlass, ein assoziatives, kulturkritisches und diskursives Textgebirge zu schaffen, in dem sie Schicht um Schicht unserer europäischen Moral- und Sittengeschichte freilegt. So überlagern sich in ihrem neuen Stück wechselnde Perspektiven und Positionen, historische und moderne Frauen- und Rollenbilder, Fragen nach Gerechtigkeit, nach unserem heutigen moralischen Selbstverständnis, Fragen nach Strafe und Schuld.
Am Schauspiel Köln kommt das neueste Werk der österreichischen Literaturnobelpreisträgerin in einer Inszenierung von Stefan Bachmann zu seiner Uraufführung.