Ihre Nachbarn sind der Angestellte Herr Kovacic, „seit zwei Generationen einheimischer Deutschösterreicher“, mit Gattin und Töchtern, dessen Familienidyll aus „neuer grauenhafter Einrichtung“, Eierlikör und dem väterlichen Befingern seiner Töchter gezimmert ist. Über diesen lächerlichen Verhältnissen und gequälten Einsamkeiten schließlich thront triumphierend Frau Grollfeuer, die eines Tages die Hausgemeinschaft in ihr stilvolles Speisezimmer zur Geburtstagsfeier lädt, die in einer veritablen Volksvernichtung mündet.
An deren Höhepunkt erfüllt sich Frau Grollfeuer nicht nur ihren sehnlichen Wunsch, endlich einmal „in so einen erbärmlichen Mietshauskörper hineinzustechen“, sondern hält auch gnadenlos Gerichtstag über ihr Selbst.
Schwabs „Fäkaliendramen“, zu denen seine „Radikalkomödie“ Volksvernichtung zählt, sind hässliche Porträts hässlicher Menschen, die sich in einer Kloake aus Hass, Gewalt, Niedertracht und Gemeinheit nur behaupten mittels der Sprache, die sie erzeugen, Sprache, die „sie selber sind“.


